Feudenheim

Feudenheim Schauspielerin Eva Martin-Schneider im Kulturtreff

Sa“tierisches“ aus der Literatur

„Vorsicht, Sa-Tiere!“ hieß es in der jüngsten Veranstaltung des Kulturtreffs Feudenheim, zu der die Kulturfreunde in das Alte Rathaus des Stadtteils eingeladen haben. Für das Programm an diesem Abend zeichneten sich gleich drei Künstlerinnen verantwortlich, die dafür im Teamwork ihrem Metier entsprechend Tierisches für Auge und Ohr vorbereitet hatten.

Zum einen waren es die Arbeiten von Anne Brügel, die der Reise ins Tierreich den optischen Rahmen verliehen. Die Zeichnungen der Stuttgarter Szenografin bildeten die Eyecatcher an der Wand und das menschliche Verhalten in Tiergestalt ab. Für die musikalischen Akzente sorgte Christiane Michel-Ostertun am E-Piano. Ihre Akkorde stimmten auf den nächsten Text ein oder begleiteten unisono die Gesangsbeiträge der Protagonistin des Abends.

Die Schauspielerin Eva Martin-Schneider hatte dafür in ihrer eigenen Schatzkiste gekramt und ein Programm hervorgebracht, mit dem sie bereits Anfang der 90er Jahre auf der Bühne stand. In ihrer kabarettistischen Zoologie „!Vorsicht saTIERE!“ bedient sie sich kleiner Geschichten bekannter Literaten oder kurzer Gesangsstücke, um damit die eigentliche Intention zu offenbaren, die da lautet: „Vorsicht Mensch!“.

In alphabetischer Reihenfolge geht sie das Tierreich ab, fängt beim Adler (Berthold Brecht) an und hört bei der Ziege (Brecht) auf. Nicht immer war zum Lachen zumute, vielmehr blieb oftmals das Lachen im Halse stecken, oder war die Kost mit einer Prise schwarzem Humor gewürzt und nicht ganz leicht verdaulich. In ihrem ebenso originellen wie stilechten Outfit und mit vollem Einsatz erzählte Schneider von Kästner’s Hund, der Reden hält, dem Uhu von Eugen Roth oder dem großen Vogel Nachtigall aus der Feder von Joachim Ringelnatz.

Ruf nach zweiter Vorstellung

Hingebungsvoll rezitierte sie die Gebete des Gauls der Giraffe, der Katze oder des Ochsen von Frieden Meschwitz, zelebrierte sie regelrecht in Gesangsbeiträgen den Kälbermarsch (Brecht/Eisler) oder „Als der Zirkus in Flammen stand“ (G. Kreisler), mit dem sie fulminant ihr Programm abschloss. Erschöpft und zufrieden dankte sie ihrem Publikum, dessen einmütige Begeisterung in dem Ruf nach einer zweiten Vorstellung laut wurde.