Feudenheim

Schwierige Aufgabe

Archivartikel

Roger Scholl zum Neubau eines Ge-meindezentrums

Es ist – ja fast will man sagen: ein Kreuz für die Kirchen. Seit Jahrzehnten schrumpfen allerorten die Gemeinden, in Feudenheim beispielsweise ist die Zahl der evangelischen Mitglieder seit den 60er Jahren um mehr als die Hälfte zurückgegangen. Doch die meisten Raumplanungen stammen noch aus den Jahren, da fast 98 Prozent der Bevölkerung einer der beiden Kirchen angehörten. Die Konsequenzen liegen auf der Hand: Man hat zu viele Gebäude, und die sind leider größtenteils – wie viele öffentliche Bauten und Straßen auch – stark sanierungsbedürftig. Neue Raumplanungen sind also überfällig, doch die haben für die Gläubigen in den allermeisten Fällen schmerzhafte Konsequenzen.

Schließlich ist einem die Kirche, in der man Konfirmation oder Kommunion feierte, heiratete, sich von lieben Familienmitgliedern oder Freunden verabschiedete, ans Herz gewachsen. Und die vielen Gemeindefeste in den lange vertrauten Säalen sind ebenfalls ein Teil unserer Erinnerung und damit unseres Lebens geworden. Sie loslassen zu müssen, schmerzt – verständlicherweise. Und so befindet sich denn jede Planung der Kirchen im Spannungsfeld zwischen Gefühl und Vernunft – wahrlich keine leichte Aufgabe für die Verantwortlichen. Sie erfordert Einfühlungsvermögen und Rücksichtnahme, vor allem aber Überzeugungsarbeit und intelligente, gemeinschaftstiftende Lösungen. Es ist allen Beteiligten zu wünschen, dass dies gelingt.