Feudenheim

Feudenheim Sänger sind weiter bei der Kerwe dabei

„Teutonia“ reagiert enttäuscht

Archivartikel

Große Aufregung bei der Feudenheimer „Teutonia“: Der Männergesangverein sieht sich bei der Kerwe des Stadtteils benachteiligt. Sein traditioneller Standplatz wird nun von einer Cateringfirma besetzt, und in einer Ankündigung der Großveranstaltung taucht der Verein gar nicht mehr auf. Dabei machen die Sänger weiter mit und bieten unverändert pfälzer Spezialitäten sowie Kuchen.

Seit Beginn der Kerwe standen die Sänger im Hof der Johanneskirche. Als der ab 2015 wegen Bauarbeiten nicht zur Verfügung stand, zogen sie in die Pfalzstraße zur alten Schmiede der Familie Bohrmann. „Nachdem der neue Standort gut angenommen wurde, hatten wir uns entschlossen, dort zu bleiben“, so „Teutonia“-Vorsitzender Dieter Kern. Obwohl der Stand nicht direkt an der Hauptstraße sei, zahle man weiter Teilnahmegebühr. Er versteht nicht, dass der Kerweverein den nun wieder freien Platz neben der Johanneskirche an einen kommerziellen „mit nahezu gleichen Angebot“ vergeben hat. Dazu wolle man nach dem Fest ein „klärendes Gespräch“.

Für den Verein sei die Beteiligung an der Kerwe nur dank vieler ehrenamtlicher Helfer möglich. „Gemeinsam erhalten wir damit die Leistungsfähigkeit dieses Traditionsvereins, der damit eine finanzielle Basis für das breitgefächerte Engagement der Sänger für deren Mitwirkung bei Brauchtumsveranstaltungen aller Art erwirtschaftet“, betont Kern. Der Kerwe-Erlös ermögliche, „was der Verein in Feudenheim musikalisch und gesellschaftlich leistet“, bekräftigt der Vorsitzende. Schließlich sei die „Teutonia“ einer der letzten Vereine, der sich noch mit einem Stand an der Kerwe beteiligt. „Hierzu wird die Unterstützung der für die Organisation Verantwortlichen benötigt“, verlangt er vom Kerweverein.

Kerweverein verweist auf Kosten

„Es liegt uns fern, einen Teilnehmer, sogar ein Feudenheimer Verein, zu schädigen oder nicht mehr dabei haben zu wollen“, entgegnet Kerstin Bäumer, Vorsitzende des Kerwevereins, auf „MM“-Anfrage. Allerdings sei es schwer, „die Kerwe bei möglichst gleichbleibenden Niveau auch finanziell zu stemmen“, denn die Kosten seien erheblich. Nachdem die „Teutonia“ nicht mehr auf den Kirchplatz zurückgekehrt sei und man dort ein Fahrgeschäft nicht platzieren könne, habe man einen Schausteller gefunden, der Produkte verkauft, die auch von der „Teutonia“, aber auch Speisen, wie sie andere Stände haben. Bäumer sieht darin kein Problem: „Konkurrenz belebt ja aber bekanntlich das Geschäft“, so die Vorsitzende. Dieser Teilnehmer zahle deutlich mehr als die „Teutonia“. Auf diesen Betrag könne der Kerweverein, der ebenso ehrenamtlich arbeite und obendrein das ganze Risiko der Veranstaltung trage, nicht verzichten, so Bäumer.