Feudenheim

Ost/Feudenheim Familie Theobald betreibt mobile Geflügelhaltung

Umzug zum frischen Gras

Eier von Hühnern aus mobiler Geflügelhaltung sind sehr gefragt, da man weiß, dass sie aus der Region kommen. Außerdem kann man im Feld die mobilen Ställe sehen, die immer dorthin umziehen, wo es frisches Gras zum Picken gibt. Laut Bundesverband mobile Geflügelhaltung gibt es inzwischen in Deutschland 2,5 Millionen Hennen in über 2000 Betrieben. Auch in Mannheim-Feudenheim trifft man beim Spaziergang durch die Felder auf zwei mobile Ställe, die immer mal woanders stehen.

Automaten immer beliebter

Diese Ställe gehören zum Weiherhof der Familie Theobald, ein Automat mit den Eiern findet man in der Diakonissenstraße. Dieser Automat wurde im Laufe der Corona-Krise immer beliebter, da man dort einkaufen kann, ohne ein Geschäft betreten zu müssen. Auch andere Waren erhält man Automaten, so dass man dort seinen Einkaufkorb gut füllen kann. Auch bundesweit stieg während der Corona-Krise die Nachfrage nach Eiern aus mobiler Haltung. „Die Leute waren froh, dass der Automat vorhanden ist, da man keinen engen Kontakt zu anderen hat und rund um die Uhr einkaufen kann. Bis kurz vor den Sommerferien haben sich sogar Schlangen gebildet, morgens um sieben war schon Andrang“, sagt Philipp Theobald. So kam es, dass Stammkunden manchmal leer ausgingen und sich daraufhin beschwerten.

Doch Hennen sind keine Maschinen, die ihre Produktion einer gesteigerten Nachfrage anpassen. Sie picken, scharren und legen im selben Tempo weiter wie vorher. „Wir haben 750 Hühner in zwei mobilen Ställen und 16 Hähne, die auf die Mädels aufpassen. Die Hühner legen 600 Eier täglich. Wenn der Automat leer ist, ist er eben leer.“ Die mobile Haltung hat zwar kein Bio-Zertifikat, trotzdem haben die Hühner alles, was sie brauchen. Im Stall, der an einen Wohnwagen erinnert, ist im unteren Bereich ein Sandbad für die Gefiederpflege, im oberen sind die sprichwörtlichen Stangen, auf denen die Hühner in Reih und Glied sitzen und die Zonen, in denen man in Ruhe ein Ei legen kann. Einerseits lieben es Hühner, dicht an dicht auf Stangen zu sitzen, andererseits brauchen sie ihren Auslauf im Freien. Eine Legebatterie, in der die Hennen sich kaum bewegen können, kann man sich heute kaum noch vorstellen – immerhin wurde diese Haltung 2010 in Deutschland verboten.

Die mobilen Ställe sind für die Landwirte arbeitsintensiv, was die Eier teurer macht als jene aus Bodenhaltung im Supermarkt. Beim Weiherhof kostet das Ei 40 Cent. Angriffe von Wildtieren wie Fuchs und Habicht sind oftmals auch ein Risiko der Freilandhaltung, aber nicht hier: „Ein Fuchs ist vorhanden, aber er ist nicht gefährlich.“ Auch die Hähne haben die Aufgabe, Feinde zu vertreiben, daher werfen sie oft einen kritischen Blick auf die vorbeigehenden Spaziergänger.