Feudenheim

Ost/Feudenheim Evangelische Gemeinde feiert Gottesdienst im Freien vor Epiphanias

Ungewöhnliche Andacht unterm Glockenturm

„Kantate“ lautet der Name des vierten Sonntags nach Ostern in der evangelischen Kirche, und im Mittelpunkt steht der Gesang. Singen ist zurzeit wegen Corona innerhalb des Kirchengebäudes nicht möglich, doch nicht singen ist auch keine Lösung. Die evangelische Gemeinde Feudenheim hatte eine solche Lösung parat. Da man sich wieder im Freien versammeln darf, gab es eine stimmungsvolle Andacht auf dem Vorplatz der Epiphaniaskirche, natürlich mit Sicherheitsabstand zwischen den Besuchern.

Aus dem Innern der Kirche erklang Orgelmusik von Ursula Trede-Boettcher, auf der Empore sangen John Dalke und Charlotte Sabiel, unsichtbar für das Publikum. Technisch ermöglicht wurde diese originelle Lösung von Martin Gottschall. Draußen wurde der Gesang der Gemeinde vom Posaunenchor begleitet. Die Idee der „Andacht unterm Epiphaniasturm“ kam gut an, etwa 50 Menschen nahmen teil.

Kinder tragen symbolisch Lieder

Doch die Anzahl wirkte geringer, da alle sich mit großem Abstand verteilt hatten, manche im Sitzen, der Großteil im Stehen. Für Vorbeigehende wirkte die Veranstaltung offen und lud ein, stehenzubleiben und selbst mitzusingen. Die Lieder, die gesungen wurden, wurden symbolisch von Kindern in einem Nachbau der Bundeslade hereingetragen. „Wir machen die Bundeslade auf und holen die Lieder heraus“, sagte Pfarrerin Dorothee Löhr. Vor allem die Mädchen und Jungs erhielten nach der Andacht viel Lob von der Pfarrerin für ihre Geduld während der Corona-Krise, da sie nicht in die Schule gehen, keine Freunde treffen und nicht auf die Spielplätze durften. Für so viel Durchhaltevermögen bekamen drei Kinder symbolisch einen „Corona-Orden“ überreicht – ein Engel, der an einem rot-weißen Absperrband hing, mit dem alle Spielplätze abgesperrt waren. Schließlich klatschte die Gemeinde für die Kinder für ihre Geduld. „Die Andacht im Freien war ein Experiment“, sagte Löhr nach der Andacht.

Konzept entwickelt

Seit 17. Mai dürfen wieder offiziell Gottesdienste in den Kirchen stattfinden, Ablauf und Gestaltung wird den Gemeinden vor Ort überlassen. Die evangelische Gemeinde Feudenheim hat ihr Corona-Schutzkonzept entwickelt. „Es dürfen nur 30 Leute zum Gottesdienst um 10 Uhr in der Epiphaniaskirche, diese dürfen jedoch nicht singen“, sagte Löhr. Das wird jedoch nach dem Gottesdienst um 11 Uhr nachgeholt, denn dann trifft man sich wieder zum Gottesdienst unterm Turm mit gemeinsamem Singen auf dem Vorplatz. Um 12 Uhr gibt es die „Offene Johanneskirche“ und um 19 Uhr die „Offene Epiphaniaskirche“ mit dem stillen Gebetsangebot für die Gemeindemitglieder.

Um die Einhaltung der Abstandsregeln zu erleichtern, wurden entsprechende Plätze in der Kirche markiert. Auf dem Vorplatz waren dafür die quadratischen Platten hilfreich. kge

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