Feudenheim

Feudenheim Kinder aus der Gemeinde beim Krippenspiel in der Johanneskirche / Lieder passend zur Handlung angestimmt

Viel Freude an einer lebendigen Tradition

Archivartikel

Was wäre Weihnachten ohne Krippenspiel? In etwa wie eine Weihnachtskrippe ohne Jesuskind, denn es würde etwas Wichtiges fehlen. Wer heute ein Krippenspiel in einem Kindergottesdienst an Heiligabend sieht, erinnert sich vielleicht daran, wie er oder sie selbst einmal als Engel, Hirte, Maria oder sogar als Schaf im Altarraum stand. Auch in der Johanneskirche spielten Kinder die Weihnachtsgeschichte.

„Das Weihnachtsevangelium als Krippenspiel hat eine lange Tradition, es begann als Wechselgesang zwischen dem Pfarrer und den Darstellern. Im Mittelalter gab es sogar einen Tanz um die Krippe“, sagte Pfarrer Alexander Bitzel. „Die Weihnachtsgeschichte ist bekannt wie keine andere. Der Anfangssatz: Es begab sich aber zu der Zeit. . . reicht schon, und wir wissen, worum es sich handelt. Bei literarischen Texten ist das selten, es kommt sonst nur bei Liedern vor.“

Weil die Geschichte so unglaublich klingt, dürfe man gerne kritisch sein, denn auch die Hirten auf dem Feld und die Weisen aus dem Morgenland fragten sich, ob es auch tatsächlich der Messias in der Krippe sei. „Richtig nah kommen wir den Personen aus der Weihnachtsgeschichte, wenn wir uns in sie hineinversetzen, zum Beispiel in Maria oder einen der Heiligen Drei Könige. Dann können wir mitstaunen.“

Das anschließende Krippenspiel wurde aus der Sicht von Maria erzählt, die Jahre später auf die Ereignisse in Bethlehem zurückblickt, daher war die Rolle der Maria doppelt besetzt. Es fiel auch auf, dass Mädchen lieber bei darstellerischen Vorführungen mitmachen, denn zwischen den Königinnen und Hirtinnen befand sich auch eine Josefa mit Hosenrolle.

Alle Zimmer belegt

Einer der wenigen Jungen, die mitmachten, spielte einen kleinen, frechen Gastwirt: „Zimmer? Sie sind lustig, Sie wissen doch, es ist Volkszählung! Und dann noch eine schwangere Frau!“ Der Text des Spiels war der heutigen Zeit angepasst, dadurch wurde gezeigt, dass das Thema noch immer aktuell ist. Zwischendurch wurde es wieder traditionell weihnachtlich, denn die Kinder sangen mit der Gemeinde zusammen Weihnachtslieder wie „Es ist ein Ros entsprungen“ oder „Kommet ihr Hirten“, jeweils passend zur Handlung.

Mit den Kindern einstudiert hatte das Krippenspiel die musikalische Leiterin der Gemeinde, Claudia Stein, die das Spiel am Keyboard begleitete. Mit etwas Glück dürfte sie dieses Jahr ein paar Jungs mehr unter den Schauspielern haben. kge