Feudenheim

Feudenheim Liedertafel gibt umjubeltes Herbstkonzert in Epiphanias

Vielstimmiger Dreiklang

„Mit dem Applaus halten wir uns zurück, bis jeder Chor fertig ist. Wir machen Tonaufnahmen, es ist langwierig, den Applaus rauszuschneiden“, bat Erster Vorsitzender Justus Voget. In der mit Besuchern drängend vollen Kulturkirche gab die Liedertafel ein Herbstkonzert mit dem gemischten Chor, dem Jungen Ensemble und dem Damenensemble Carré Chanté. Dabei präsentierte jeder Chor ein separates Programm, bestehend aus Stücken von Haydn über Oscar Peterson bis Linda Alexandersson, was unter der Überschrift „Dreiklang“ stand.

Die Chorleiter hatten ein außergewöhnliches Konzertprogramm mit eher selten gespielten Nummern zusammengestellt. Zum Beispiel die „Deutschen Tänze op. 33“ von Franz Schubert, zu Gehör gebracht durch den gemischten Chor. „In den Tiefen meines Notenarchivs habe ich diese Tänze mit Textunterlegung aus dem späten 19. Jahrhundert gefunden“, frohlockte Dirigent Jürgen E. Müller.

Oftmals sei das Aufeinandertreffen unterschiedlicher Generationen im Verein eine komplizierte Herausforderung, verriet der Vorstand, mittlerweile herrsche jedoch innerhalb der Ensembles ein harmonisches Gleichgewicht.

Erinnerung an Martin Luther King

In der Epiphaniaskirche stimmte der gemischte Chor „I have a dream“ von Mary Donelly und „Hymn to Freedom“ von Oscar Peterson an, beide Stücke beziehen sich auf die historische Rede von Martin Luther King am 28. August 1963. Außerdem sang der gemischte Chor noch „Die Beredsamkeit“ und „Die Himmel erzählen die Ehre Gottes“ von Joseph Haydn.

Nachdem die Sängerinnen und Sänger das Feld geräumt hatten, durfte das Junge Ensemble unter Leitung von Dirigent Andreas Fulda nach vorne treten, mit Stücken wie „Die Loreley“ von Friedrich Silcher, „As Torrents in Summer“ von Edward Elgar und „Remember not, Lord, our offences“ von Henry Purcell. Bei der letztgenannten Nummer erläuterte die anmoderierende Sopranistin Ingrid Bayer, die seit April 2018 dem sich als Kammerchor verstehenden Jungen Ensemble angehört: „Das Gottesbild darin ist das eines strafenden und nachtragenden Gottes.“

Mit ungewöhnlichen Melodien wartete das Frauenensemble Carré Chanté unter Leitung von Janette Schmid auf, verbunden mit dem stimmlichen Nachahmen tierischer Laute und von Naturphänomenen. Auf diese Weise flüsterte, keuchte und säuselte sich der Damenchor durch Stücke wie dem schwedischen Zauberspruch „Aglepta“ von Arne Mellnäs, „Saulit velu vakarai“ von Andra Sejana, „Dantes Inferno“ von Linda Alexandersson und „Käppee“ von Värttinä.