Feudenheim

Feudenheim Beim Abschlussabend des Zirkus Paletti werden die Artisten mit viel Applaus gefeiert

Volles Zelt im Pfeifferswörth

„Menschen, Tiere, Sensationen“ heißt ein Spielfilm aus dem Jahre 1938. Der Film ist in der Welt des damaligen weltberühmten Zirkus Sarrasani in Dresden angesiedelt. Wechsel in die heutige Zeit: Beim Zirkus Paletti gibt es keine Tiere – dafür aber Menschen und Sensationen. Das Erwachsenen-Ensemble des Zirkus präsentierte sein Abendprogramm „Haus über Kopf“ im großen Paletti-Zelt im Pfeifferswörth. Anspruchsvolle Artistik, Comedy und unterhaltsames Theater wurden den Zuschauern geboten.

Viele Jahre Training nötig

Dabei stehen einige der Artisten seit mehr als 15 Jahren schon gemeinsam in der Zirkus-Manege und beherrschen Artistik auf hohem Niveau: Die Ensemble-Gruppe „Quernormal“ des Zirkus Paletti zeigte in ihrer Produktion mit viel Witz und Ironie das Zusammenleben einer scheinbar normalen Hausgemeinschaft. Vom jonglierenden Hausmeister über (eingeschlafene) Liebesbeziehungen bis hin zu wilden Partys auf dem Trampolin gab es zahlreiche humorvolle und überraschende Geschichten aus dem Leben der Bewohner zu erzählen. In den unterschiedlichsten Charakteren boten die jungen Erwachsenen erstaunliche Jonglagen, beeindruckende Balance-Akte und atemberaubende Artistik auf dem Boden und in der Luft.

Neu ist eine Nummer am chinesischen Mast, an dem die Künstler teils kopfüber Kunststücke vorführen. Die Turbulenz nahm dabei von einer Nummer zur nächsten zu. Am Ende jonglierten die Artisten sich selbst auf Armen und Beinen durch die Manege. Das Publikum in dem ausverkauften, von außen schön beleuchteten Zirkuszelt, war vollauf begeistert und gab dies durch Stampfen auf den Fußboden deutlich kund. Ob an Seil, Trampolin oder als menschliche Pyramide – das war Zirkus vom Feinsten, was da geboten wurde. Manche der Künstler standen oder hingen tatsächlich kopfüber an den Geräten, die immer wieder in anderen Konstellationen von der Zirkuskuppel herabgelassen wurden.

Das Schönste an allem: Die Artisten brauchten keine Hilfskräfte – sie machten alles selbst. Damit trugen sie auch die Verantwortung für die Geräte, die sie verwendeten. „Den Anfang fand ich ein wenig schleppend. Aber man muss sich ja steigern können. Am Schluss hat es mit ausgezeichnet gefallen“, stellte Zuschauer Hans Peter Altenburg fest. Der Rheinauer war am Ende wie die übrigen Zuschauer einfach nur begeistert von der Vorstellung der Gruppe „Quernormal“, die hier wirklich ihr Bestes gab.

Publikum begeistert

Paul Hagedorn hatte die Nummer an den Strapaten – also die in der Luftakrobatik paarweise verwendeten Bänder, die von oben herabhängen – am besten gefallen: „Das war schon klasse, was da gezeigt wurde. Das ist schon eine grandiose Schau“, meinte er. Jana Endlich war ebenfalls sehr angetan von den gezeigten Leistungen: „Da ist viel Kraft vonnöten für die verschiedenen Nummern. Was mir besonders gut gefallen hat, ist, dass auch viele Mädchen mitmachen.“ Jan und Federica bekannten: „Wir kommen öfter hierher zum Zirkus Paletti. Es ist immer schön, was hier gezeigt wird. Da kann man so richtig entspannen.“

Geschäftsführer Tilo Bender freute sich vor allem über das sachkundige Publikum. Da saßen viele Zirkuspädagogen in der Manege. Höchstes Lob gab es schließlich für das Ensemble: „Einfach toll, dass hier Artisten aufgetreten sind, die voll im Berufsleben stehen oder studieren. Aber sie finden immer noch Zeit und Spaß, hier zu trainieren“.