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Arbeitslosigkeit: So behält man seine finanzielle Integrität

Archivartikel

Den Job zu verlieren, ist für die meisten Menschen vor allem deshalb ein so großer Schock, weil es die finanzielle Sicherheit, die sie vielleicht seit Jahrzehnten genossen haben, abrupt beendet. Wem gerade eröffnet wurde, dass seine Tage in diesem Unternehmen gezählt sind, weiß häufig zunächst nicht, wie es künftig beruflich weitergehen wird. Oft muss man einiges im Leben gehörig umstellen.

Was zunächst ein Schock ist, ändert sich oft schnell in Angst: Denn schließlich weiß man, dass Arbeitslosigkeit hierzulande trotz aller staatlicher Hilfen ein hartes Los ist, bei dem selbst eine gesunde Ernährung häufig zu kurz kommt. Damit ist zwar meistens Arbeitslosengeld II, besser bekannt als Hartz-IV, gemeint. Doch bereits das normale ALG-I bedeutet einen herben Einschnitt. Allerdings ist die Angst kein guter Helfer dabei, nun seine finanzielle Integrität zu wahren, sie sorgt eher für Kopflosigkeit und dadurch falsches Verhalten. Aus dem Grunde liefert der folgende Artikel die wichtigsten Infos darüber, wie man im Fall der Fälle handeln und was man beachten sollte.

1. Spare in der Zeit…

… dann hast Du in der Not. So sagt es das Sprichwort. Denn Arbeitslosigkeit kann heute trotz Fachkräftemangel prinzipiell jeden treffen. Egal in welcher Firma, welcher Position man wie lange schon arbeitet. Umso wichtiger ist es, dass man sich angesichts dieser Tatsache nicht darauf versteift, eine Arbeitslosigkeit kategorisch auszuklammern. Besser ist es, sich dennoch schon ein wenig auf diesen möglichen Notfall vorzubereiten, wenn er noch gar nicht eingetroffen ist. Ja, selbst wenn man vielleicht sogar ein optimales Standing im Unternehmen hat.

Simpel ausgedrückt: Jeder Arbeitnehmer sollte versuchen, seinen Lebensstil so zu gestalten, dass er genug ansparen kann, um jederzeit mindestens zwei Netto-Monatsgehälter zuzüglich zum normalen Einkommen auf der hohen Kante zu haben. Wer 2.000 Euro netto verdient, sollte demnach am Monatsanfang auf Girokonto und/oder Sparbuch insgesamt 6.000 besitzen und nur von jenen 2.000 (oder besser noch weniger) leben.

Natürlich gilt: Mehr ist immer besser. Denn dieses Geld ist eine echte Notfallhilfe. Es kann beispielsweise im Fall urplötzlicher Arbeitslosigkeit sicherstellen, dass Raten weiterhin bedient werden können. Dass ungeplante Ausgaben während der Arbeitslosigkeit die Lage nicht zum Kippen bringen. Denn deckt das normale Arbeitslosengeld I gerade eben alle Ausgaben, ist eine kaputte Waschmaschine, ein Motorschaden am Auto eine echte Katastrophe.

Sobald man von einer drohenden Kündigung erfährt, (ab fünf Jahren Mitarbeit gilt eine komfortable Kündigungsfrist von immerhin zwei Monaten) oder es vielleicht Anzeichen für eine Insolvenz gibt, sollte man noch mehr tun: Sobald es ernst wird, gilt es, alle unnötigen Ausgaben strikt zu beenden, um den finanziellen Spielraum maximal auszureizen.

2. Arbeitslos melden

Es mag verblüffen, aber es gibt eine Menge Menschen, die trotz Arbeitslosigkeit zögern, sich arbeitslos zu melden. Meistens steckt dahinter pure Scham. Denn natürlich kostet es teils enorme Überwindung, sich „zum Amt“ zu begeben. Besonders dann, wenn man zuvor eine eher hohe berufliche Position samt gesellschaftlichem Status und Verantwortung bekleidete. Scham allerdings ist in dieser Situation der schlechteste Ratgeber, den man haben kann.

1.  Wer von seiner Arbeitslosigkeit erfährt, ist verpflichtet, sich unmittelbar zu melden (zumindest, falls finanzielle Unterstützung beantragt werden soll). Idealerweise geschieht dies innerhalb von drei Tagen. Alles andere kann dazu führen, dass man weniger Geld bekommt oder vielleicht sogar eine mehrmonatige Sperre ausgesprochen wird. Dann muss man zunächst von angesparten Reserven leben.

2.  Wer Arbeitslosengeld beantragt, ist kein Bittsteller und das Geld kein Almosen. Jeder, der sozialversicherungspflichtig beschäftigt ist, hat jeden Monat einen Teil seines Gehalts in die Arbeitslosenversicherung einbezahlt. Man hat das gute Recht, dieses Geld wieder einzufordern.

3.  Bei der Arbeitsagentur hat man buchstäblich „alles“ schon gesehen. Dort haben ebenso kleine Angestellte schon an die Türe gepocht, wie hochbezahlte, studierte Spezialisten, ja sogar Mediziner, Ingenieure, Manager.

Der erste Schritt, sobald die Kündigung ausgesprochen wurde, sollte es deshalb sein, sich den restlichen Tag frei zu nehmen und sich zur nächsten Arbeitsagentur zu begeben. Der Arbeitgeber muss einen dafür freistellen. Für den Gang braucht man Personalausweis, Kündigungsschreiben sowie Arbeitspapiere und Lohnsteuerkarte – bis auf den Ausweis kann aber auch alles noch nachgereicht werden.

3. Kassensturz machen

Besonders all jene Personen, die zum immer weiterwachsenden Kreis derer gehören, die ihre Bankgeschäfte ausschließlich online tätigen, sollten nach dem Termin bei der Arbeitsagentur bei ihrer Bank vorbeischauen. Ziel ist es, sich Kontoauszüge all seiner Konten zu besorgen – wer diese sowieso regelmäßig ausdruckt, kann natürlich zuhause seinen (hoffentlich gutgeführten) Ordner hervornehmen.

Denn: So schön komfortabel die digitale Banking-Welt auch sein mag, auf einem Handydisplay hat man nun mal nicht die gleiche Übersichtlichkeit wie auf Papier. Mithilfe der Kontoauszüge sowie einem Schreibblock kann nun ein vollständiger Kassensturz gemacht werden:

  • Erst wird notiert, was monatlich regelmäßig bezahlt werden muss, sowohl als Einzelposten wie monatliche Gesamtsumme.
  • Es folgen die Dinge, die pro Quartal abbezahlt werden, ebenfalls einzeln und als Summe.
  • Zum Schluss werden die Dinge ergänzt, die nur jährlich zu zahlen sind.
  • Anschließend rechnet man zusammen, was man im letzten halben Jahr durchschnittlich an Lebenshaltungskosten auszugeben hatte – etwa anhand von Supermarktrechnungen oder Ähnlichem.
  • Ist das erledigt, hat man einen glasklaren Überblick darüber, was man künftig regelmäßig fest zu zahlen hat, sowohl monatlich wie quartalsmäßig und jährlich. Diese Summen sind ein Spiegel der eigenen Lebensweise, während man ein normales Gehalt bekam. Wichtig dabei ist es zu wissen, dass Arbeitslosengeld I für Kinderlose in der Regel 60 Prozent ihres mittleren Nettogehalts der jüngsten Zeit beträgt; sind Kinder vorhanden, erhöht sich das auf ca. 67 Prozent.

Selbst, wenn der Kassensturz offenlegt, dass man eigentlich „wie gehabt“ weiterleben könnte (was allerdings nur selten der Fall ist), sollte man nun alles besser koordinieren.

4. Prioritäten setzen

Jeder von uns hat Ausgaben, um die er nicht umhinkommt. Das ist beispielsweise die Miete oder vielleicht Raten für Haus und Auto, die Handy-Grundgebühr oder das Internet. Diese Posten haben künftig oberste Priorität, auch wenn sie mitunter etwas nicht unmittelbar Lebensnotwendiges bezahlen (etwa ein Auto oder einen Fernseher, den man auf Ratenkauf erworben hat).

Der Grund dafür ist die Schufa. Wer einen Kredit, eine Hypothek oder etwas Ähnliches bedient, hat meistens eingewilligt, dass die Geberpartei dazu personenbezogene Daten an die Schufa übermitteln darf. Die gespeicherten Informationen geben Auskunft über ihre finanziellen Aktivitäten und Verpflichtungen.

Die Anzahl der auf seinen Namen registrierten Bankkonten sind hier genauso aufgelistet, wie eventuelle Kredite oder auch Mobilfunkverträge. Kann man einer finanziellen Verpflichtung wie der Zahlung einer Rate nicht nachkommen, wird dies im Register vermerkt.  Man bekommt einen negativen Eintrag. Solche „Informationen über nicht vertragsgemäßes Verhalten“ bleiben ab dem 31.12. eines laufenden Jahres für drei volle Kalenderjahre bestehen.

Das bedeutet: Jetzt aus falscher Sparsamkeit solche Rechnungen nicht zu bedienen, bedeutet, dass man sich noch in ferner Zukunft selbst Probleme durch negative Schufa‑Einträge bereitet, wenn die Arbeitslosigkeit selbst vielleicht schon längst vergessen ist. Gegebenenfalls gibt es die Möglichkeit, Kreditraten für einen gewissen Zeitraum auszusetzen. Dies muss aber offiziell und schriftlich vereinbart werden.

Zum Kassensturz sollte es also gehören, all jene Positionen ganz oben aufzulisten und ihre Gesamtsumme herauszufinden – und dann sollte man:

5. Den Rotstift ansetzen

Es gibt eine Menge langfristiger Verpflichtungen, deren Nichterfüllung Schufa-Probleme bereiten würde. Vieles davon lässt sich schlicht nicht zeitnah kündigen, etwa der Handyvertrag, der meist an sehr lange Fristen gekoppelt ist.

Anderes hingegen ist zwar eine Verpflichtung, allerdings eine, die man mit kurzer Vorlaufzeit kündigen kann. Etwa ein Streamingdienst-Abo. Netflix beispielsweise wirbt damit, dass man seinen Account dort jederzeit zum nächsten Abrechnungstermin kündigen kann, also monatlich. Ebenso verzichtbar sind Mitgliedschaften wie Amazon Prime, bei Bücherklubs oder Auflade-Abos von Prepaid-Handykarten. Auch bereits gebuchte Reisen sollte man kündigen, sofern man aus diesem Vertrag entweder bei Null herauskommt oder sogar noch Geld zurückerhält.

Alles, was man binnen eines halben Jahres kündigen kann, das nicht unmittelbar lebensnotwendig ist und/oder einen bei Beendigung zwingt, zusätzlich zu zahlen (etwa durch Strafen für vorzeitige Kündigung), sollte man abschaffen. Anschließend werden die verpflichtenden Ausgaben neu berechnet. Bei vielen wird diese Zahl überraschend kleiner geworden sein.

6. Status-Veranstaltungen beenden

Vielleicht war man im örtlichen Tennisverein, um seine Karriere als Nebenbei-Kommunalpolitiker durch Netzwerken zu unterstützen. Vielleicht hat man aus Menschlichkeit das Tierheim mit regelmäßigen Zuwendungen bedacht oder eine Hilfsorganisation unterstützt. Man mag sich einmal im Monat mit Freunden im Restaurant treffen oder den Partner ausführen.

So hart es klingt, aber solche Ausgaben, die letztendlich nur das eigene Gewissen/Ego aufpolieren, sollte man künftig zumindest ruhen lassen. Das hat nichts mit Egoismus zu tun, dieses Geld braucht man nun einfach nötiger an anderer Stelle.

Denn immer sollte man folgenden Merksatz auf den Lippen führen: Die Arbeitslosigkeit ist erst dann beendet, wenn man seine Unterschrift unter einen neuen Arbeitsvertrag gesetzt hat. Bis dahin muss man, trotz vielleicht vorhandener Jobversprechen, immer davon ausgehen, die für unter-50-jährige maximale Auszahlungsdauer von Arbeitslosengeld I von zwölf Monaten auszureizen.

Und ja, dazu muss man auch vielleicht noch etwas tun, man sollte:

7. Kleinkariert werden

Zu Zeiten, als man noch sicher in Lohn und Brot stand, lief der Wocheneinkauf im Supermarkt vielleicht nach der Maxime „gekauft wird, worauf wir Lust haben“ ab. Vielleicht gönnte man sich mal spontan hier für zwanzig Euro etwas, da für hundert.

Es dürfte klar sein, dass ein derartiges Verhalten während der Arbeitslosigkeit dazu führt, dass das zur Verfügung stehende Geld auf dem Konto relativ unkontrolliert dahinschmilzt.

Künftig sollte gelten, dass ausschließlich bewusst und kontrolliert gekauft wird. Diese Mentalität muss sich in kleinste Summen bis hinab zu Cent-Beträgen erstrecken, sonst bringt sie nichts. Als Arbeitsloser, der künftig monatlich nur noch gut die Hälfte seines vorherigen Einkommens zur Verfügung hat, sollte das eigene Leitmotiv sein „Kleinvieh macht auch Mist“. Hier zwei Euro, da einer, summiert sich auch zu größeren Summen, die man mutmaßlich für andere Dinge ungleich besser gebrauchen kann.

8. Strategisches Denken

Es darf während der Arbeitslosigkeit keine unkontrollierten Abflüsse von Geldern geben. Aus diesem Grund ist es notwendig, eine minutiöse Planung zu betreiben, denn nur diese ist in der Lage, die Ausgaben zu lenken. Das bedeutet:

  • Man kauft nur das, was man wirklich braucht.
  • Es werden Preise verglichen. Dazu kann man beispielsweise die Sonderangebote-Flyer in Zeitungen heranziehen.
  • Man sollte versuchen, seine Einkäufe weitestgehend durch Discounter sicherzustellen. Insbesondere ob der Tatsache, dass hinter deren vermeintlichen Billigmarken häufig sehr große und bekannte Hersteller stecken, ist das oft nicht mal mit Qualitätseinbußen verbunden.
  • Einkäufe sollten generell nur nach Plan getätigt werden. Das bedeutet, man erstellt zuhause eine typische Einkaufsliste. Nur die notwendigen Dinge landen letztendlich auch auf dem Kassenband.
  • Alle Ausgaben werden in ein Haushaltsbuch eingetragen. Das kann entweder ganz altmodisch mit Stift und Papier erfolgen, eine Excel Tabelle am Computer sein oder auch via Smartphone dokumentiert werden.

Diese Vorgehensweisen können dabei helfen, dass man wesentlich weniger ausgibt. Insbesondere, wenn es noch einen Partner gibt, der halbwegs gut verdient, kommen viele Arbeitslose ab diesem Punkt schon sehr gut zurecht. Dennoch gibt es noch weitere mögliche Maßnahmen.

9. Minjobben

Jeder Empfänger von ALG-I hat ungeachtet des Haushalts-Gesamteinkommens einen Freibetrag, den er dazuverdienen darf.

  • 14 Stunden, 59 Minuten pro Beschäftigungswoche – also sieben willkürlich aufeinanderfolgende Kalendertage, die mit dem ersten Arbeitstag beginnen. Allerdings: Keine Minute mehr. Ab 15 Wochenstunden geht die Arbeitsagentur von einer regulären Beschäftigung aus und man verliert seinen Anspruch auf ALG-I.
  • Maximal 165 Euro Nettoeinkommen pro Monat. Mehr geht zwar auch, allerdings wird einem dieses Mehr dann (netto) anteilig vom Arbeitslosengeld abgezogen.

Das mag zwar auf den ersten Blick nach nicht viel aussehen. Allerdings sollte man diese 165 Euro mit anderen Augen sehen. Es ist Geld, das man verdienen darf, ohne auch nur einen Cent des Arbeitslosengeldes abgezogen zu bekommen.

Zumal es ja nicht nur um das Geld geht. Die meisten Arbeitslosen werden nach den ersten Wochen, die sich noch ein bisschen wie Urlaub anfühlen, schnell gelangweilt sein von dem erschreckend hohen Übermaß an Freizeit. Selbst, wenn man täglich fleißig auf Jobsuche ist, Bewerbungen schreibt und seine Wohnung auf Hochglanz bringt, bleibt trotzdem ungleich mehr Zeit, die gefüllt werden muss. In diesem Sinne wird der „Micro-Job“ zu einem Unterstützer dabei, das Los Arbeitslosigkeit besser zu verkraften, ein nicht unerheblicher psychologischer Faktor.

Plus: Der zwischenzeitliche Job kann dazu beitragen, in gewisser Weise „im Beruf zu bleiben“ und den Anschluss an den Arbeitsmarkt nicht komplett zu verlieren, selbst, wenn er außerhalb der eigenen beruflichen Qualifikation liegen sollte. Zudem kann jeder Personaler bestätigen, dass selbst bei einem Elektroingenieur die Bewerbung besser aussieht, wenn darin steht, dass er im Supermarkt ausgeholfen hat anstatt bloß „arbeitssuchend“ oder eine ähnliche Lücke, die sich nicht wegschmeicheln lässt.

10. Karten und Co. abschaffen

Medien melden zwar immer wieder, dass speziell Deutschland eine regelrechte Bastion der Bargeldzahlungen wäre. Aber selbst hierzulande befinden sich Scheine und Münzen auf dem absteigenden Ast – wenngleich nicht in dem extremen Maß wie etwa in Schweden.

Doch Hand aufs Herz: Auch, wenn wir immer noch laut Bundesbank-Statistik knapp 50 Prozent aller Einkäufe bar bezahlen, dabei praktisch alles unterhalb von 50 Euro, so steckt doch bei den meisten von uns die EC-Karte ganz selbstverständlich im Portemonnaie. Oft in guter Gesellschaft mit der Kreditkarte. Auf Handy, PC und Co. steht PayPal bereit, um schnell und unbürokratisch zu zahlen.

Doch genau diese bürokratielose Schnelligkeit ist es, was im Sinne einer finanziellen Integrität zum Problem wird. Karten und komfortable Zahldienste verleiten uns dazu, das Bezahlen als eine Aktion zu behandeln, deren Reaktion nicht unmittelbar, sondern teils Tage oder gar Wochen zeitverzögert eintritt. Wer das Portemonnaie aufmacht, die EC-Karte ins Lesegerät steckt und den PIN eingibt, unternimmt eine unmittelbare Zahlungs-Aktion. Die Reaktion jedoch, die ebenso sehr daraus besteht, dass das Geld vom Konto abgebucht wird, wie, dass man es auf den Kontoauszügen entdeckt, erfolgt jedoch nur mittelbar.

Diese räumliche und zeitliche Distanz fördert ein sorgloseres Umgehen mit dem nun rareren Gut Geld. Man kann zahlen, ohne sofort die Konsequenzen zu sehen, wo das, wenn man einen Schein vom Portemonnaie auf den Tresen transferiert, unmittelbar passiert. Auch das ist reinste Psychologie.

Solange die Arbeitslosigkeit also besteht, sollte man PayPal und Co. kündigen oder zumindest stilllegen. Sollte man seine Karten aus der Geldbörse nehmen und zuhause deponieren. Ihr einziger Zweck sollte es künftig sein, auf der Bank erst Geld abzuheben und unmittelbar danach einen Kontoauszug. Mit der EC-Karte in der Tasche ist das „Einkaufslimit“ das, was man auf dem Konto hat plus Dispo-Spielraum.

Zusammenfassung

Arbeitslosigkeit schneidet nicht nur psychologisch ein, sondern auch finanziell. Das Einkommen einer Person wird auf gerade mal 60 Prozent ihres vorherigen Gehalts eingekürzt. Das mag nicht in allen Haushalten dramatisch sein, oftmals ist es auch nur eine Störung. Man darf jedoch nie vergessen, dass diese Phase bei jüngeren Menschen eine extrem kurze Laufzeit von einem Jahr hat. Nur, wenn es gelingt, die finanzielle Integrität zu bewahren, indem man sich völlig frei macht von überflüssigen Ausgaben, schafft man es, weiterzumachen.

Denn sollte die Arbeitslosigkeit länger andauern, wird man froh sein um jeden Cent, den man vielleicht noch hat – Arbeitslosengeld II zu bekommen, ist ein gänzlich anderes Kaliber und dazu muss man sich von fast allem verabschieden, was einem jetzt noch lieb und teuer ist.