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Finanzen 2020 steigt das Wohngeld und der Grundfreibetrag wird angehoben / Überblick über die wichtigsten Änderungen

Neues Jahr, neue Steuerregeln

Archivartikel

Düsseldorf.Pünktlich zum Jahreswechsel verändern sich einige Regelungen im Bereich Steuern. Das Wichtigste im Überblick:

Grundfreibetrag: Ledige haben ab dem 1. Januar 2020 bei der Einkommensteuer einen höheren Grundfreibetrag. Bis zu 9408 Euro bleibt das Einkommen steuerfrei, 240 Euro mehr als 2019, erklärt die Verbraucherzentrale NRW. Für Verheiratete steigt der Betrag auf 18 816 Euro.

Kinderfreibetrag: Auch der Kinderfreibetrag steigt auf 5172 Euro –2019 lag er noch bei 4980 Euro. Eltern können diesen Freibetrag statt des Kindergelds erhalten. Das Finanzamt prüft bei Abgabe der Einkommensteuer automatisch, welche Vergünstigung sich für Eltern mehr auszahlen. Das Kindergeld soll erst 2021 erneut steigen.

Sachbezüge: Arbeitgeber können ihren Mitarbeitern Sachbezüge bis zu 44 Euro pro Monat kostenlos oder vergünstigt gewähren, ohne dass darauf Steuern anfallen. Ab dem 1. Januar 2020 fallen jedoch zweckgebundene Geldleistungen weg. Auch nachträgliche Kostenerstattungen etwa für eine Tankquittung sind laut Bund der Steuerzahler nicht mehr steuerfrei. Ausnahme: Fahrtkosten auf Dienstreisen dürfen Arbeitgeber weiterhin steuerfrei erstatten. Für aufladbare Geschenkkarten fallen auch keine Steuern an, wenn der Chef diese zusätzlich zum Arbeitslohn ausgibt. Voraussetzung: Der Beschenkte kann damit nur Waren oder Dienstleistungen kaufen.

Verpflegungspauschale: Arbeitnehmer, die aus beruflichen Gründen auswärts tätig sind, können sich über eine höhere Verpflegungspauschale freuen. Dauert die Abwesenheit mehr als acht Stunden, gibt es 14 Euro statt bisher 12 Euro. Ist der Beschäftigte 24 Stunden unterwegs, gilt die neue Pauschale von 28 Euro. Bei mehrtägigen Reisen steigt die Pauschale für den An- und Abreisetag auf 14 Euro. Der Arbeitgeber kann diese Beträge steuerfrei ersetzen. Oder der Arbeitnehmer macht die Pauschale als Werbungskosten geltend. Darauf weist die Verbraucherzentrale NRW hin.

Umzugspauschale: Ab dem 1. März 2020 können Ledige, die aus beruflichen Gründen den Wohnort wechseln, pauschal 820 Euro absetzen – etwa für Schönheitsreparaturen in der vorherigen Wohnung. Ehepartner und eingetragene Lebenspartner können dann 1639 Euro in ihrer Einkommensteuererklärung angeben, erklärt der Bund der Steuerzahler. Zusätzlich können sie etwa Kosten für den Makler oder den Umzug absetzen – wenn sie belegbar sind.

Werkswohnungen: Wer von seinem Arbeitgeber eine günstige Wohnung gestellt bekommt, profitiert von diesem geldwerten Vorteil. Ab Januar 2020 gilt laut Verbraucherzentrale NRW ein Bewertungsabschlag: Arbeitnehmer müssen den Vorteil dann nicht versteuern, wenn die Miete mindestens zwei Drittel des ortsüblichen Mietwerts beträgt. Bislang mussten sie die Differenz zur ortsüblichen Miete voll versteuern.

Freiwillige Steuererklärung: Nicht jeder ist verpflichtet, eine Einkommensteuererklärung abzugeben – es lohnt sich aber oft. Freiwillig ist sie nach Angaben des Bunds der Steuerzahler für Menschen mit geringen Einkünften: für Ledige, die 2020 einen Lohn von bis zu 11 900 Euro erzielen. Für Verheiratete steigt der Wert um 550 Euro auf 22 600 Euro.

Altersvorsorge: Wer für das Alter vorsorgt, kann bis zu 90 Prozent davon absetzen – der Fiskus berücksichtigt ab 2020 bei Alleinstehenden bis zu 22 541 Euro, so der Bund der Steuerzahler. Ehepaare und eingetragene Lebenspartner können zusammen 45 082 Euro steuerlich geltend machen. Der Fiskus zieht bei Arbeitnehmern, die in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, von den Aufwendungen den steuerfreien Arbeitgeberanteil ab.

Betriebsrente: Wer eine Betriebsrente erhält, muss unter Umständen Krankenkassenbeiträge zahlen. Ab 2020 fallen die Beiträge nur auf die Summe an, die über dem Freibetrag von 159,25 Euro liegt. Darauf weist der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hin.

Wohngeld: Ab 2020 haben mehr Menschen einen Anspruch auf Wohngeld, teilt die Verbraucherzentrale NRW mit. Davon profitieren Mieter mit geringem Einkommen sowie selbstnutzende Eigentümer unter bestimmten Voraussetzungen. Die Höhe hängt unter anderem vom Einkommen, der Miete und der Anzahl der Haushaltsmitglieder ab. Ab 2020 steigt der staatliche Zuschuss für das Wohnen. Dadurch bekommt ein Haushalt mit zwei Personen im Schnitt 190 Euro Wohngeld pro Monat.