Formel 1

Formel 1 Der Spanier denkt daran, McLaren zu verlassen

Alonso am Scheideweg

Archivartikel

Monza.Unter einem Regenschirm schlenderte Fernando Alonso am Samstag ins nasse Fahrerlager von Monza. Den Weg ins Motorhome von McLaren legte der zweimalige Formel-1-Weltmeister lässig in sommerlichen Shorts zurück. Seine nächste Karriere-Ausfahrt muss der Spanier erst noch finden. Nach drei deprimierenden Jahren mit McLaren-Honda läuft sein Vertrag Ende dieses Jahres aus. Nach heftiger Schelte für den Flop-Motor von Honda schlug Alonso nun einen Schmeichelkurs für McLaren ein.

"Wir haben jetzt einige Versatzstücke, um Weltmeister zu sein. Das Team hat sich in den vergangenen drei Jahren eine Menge entwickelt", lobte der Asturier den Vorletzten der Konstrukteurwertung. Honda hat seit der kostspieligen Rückkehr zu McLaren in mittlerweile drei Jahren aber keinen konkurrenzfähigen Motor bauen können. Alonso reagierte darauf mal mit Wut, mal mit angestacheltem Eifer, mal mit Galgenhumor oder auch mal mit Resignation. Zwischendurch erlaubte er sich einen Ausflug zu den Indy 500 und kokettierte mit seinem Karriereende.

Gerüchte um Williams

Welche Optionen hat also Alonso, der unbedingt noch einmal um den Titel mitfahren will? Gerüchte gab es über einen Abgang zu Williams, das mit Mercedes-Aggregaten ausgestattet wird. Eine Rückkehr zu Renault, wo der mittlerweile 36-Jährige 2005 und 2006 Champion geworden war, wurde von den Franzosen abgewiegelt. Man könne ihm für 2018 einfach noch kein Topauto für seine hohen Ambitionen bieten.

Noch in diesem Monat will Alonso eine Entscheidung über seine Zukunft treffen. McLaren-Geschäftsführer Zak Brown sprach in Italien von Verhandlungen mit dem früheren Ferrari-Fahrer, die "sehr gut verlaufen" würden. Der Knackpunkt ist aber der Motor.

Brown traf sich im Fahrerlager unter anderem mit Renault-Boss Jerome Stoll und Formel-1-Sportchef Ross Brawn. Schwer vorstellbar, dass es dabei nicht um die mögliche Belieferung der Engländer mit einem französischen Motor ging. Honda möchte aber in der Formel 1 bleiben. Sollte die Scheidung von McLaren vollzogen werden, brauchen die Japaner einen anderen Rennstall. Das Schwesterteam von Red Bull, Toro Rosso, gilt als Option. dpa