Formel 1

Desaster WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton wird nach einem verpatzen Rennen Neunter / Mercedes erstmals 2019 ohne Podestplatz

Der schwarze Tag des Seriensiegers

Archivartikel

Hockenheim.So ganz verschwand Mercedes doch nicht vom Podium. Als Namenssponsor des Formel-1-Rennens auf dem Hockenheimring tauchte der markante Stern zumindest auf der Werbebande bei der Siegerehrung auf. Das war’s dann aber auch schon, zum ersten Mal in dieser Saison schaffte es kein Fahrer der bislang dominierenden Silberpfeile unter die besten drei.

Der WM-Führende Lewis Hamilton, der zuvor sieben von zehn Rennen gewonnen hatte, ging zwar von Position eins aus an den Start, plagte sich aber mit einem grippalen Infekt herum. Nach einem Dreher landete der Brite im Kiesbett, es folgten ein chaotischer Boxenstopp und eine Fünf-Sekunden-Strafe. Das Rennen beendete der Titelverteidiger nach 30-Sekunden-Strafen für die Alfa-Romeo-Piloten Kimi Räikkönen und Antonio Giovinazzi auf dem neunten Platz. „Es war ein schlechter Tag“, sagte ein frustrierter Hamilton nach dem Rennen. Sein Teamkollege Valtteri Bottas kämpfte lange Zeit um das Podium und somit um die Ehre der Silberpfeile, schied aber in Runde 57 nach einem Dreher aus.

Entsprechend bedient war Mercedes-Teamchef Toto Wolff. „Für uns war es natürlich katastrophal. Am Anfang haben wir es richtig gut kontrolliert, aber dann sind Fehlentscheidungen zu Unfällen dazugekommen. Und so kann man kein Rennen gewinnen“, sagte der Österreicher und meinte mit Blick auf den verpatzen Stopp bei Hamilton, als die Mechaniker zunächst die falschen Reifen geholt hatten: „Er hat den Unfall direkt bei der Boxeneinfahrt gehabt. Da war niemand vorbereitet. Aber das hat uns einigermaßen blöd aussehen lassen.“

Die widrigen Bedingungen beim Chaosrennen auf dem Hockenheimring wollte er nicht als Ausrede gelten lassen: „Das Wetter spielt immer eine Rolle, aber man sieht, dass man es auch hinkriegen kann – wie es bei Verstappen der Fall war.“ Für sein Team sei hingegen „alles in die Hose gegangen“ – und das ausgerechnet beim Heim-Grand-Prix, bei dem Mercedes sein 200. Formel-1-Rennen bestritt und seine 125 Jahre im Motorsport feierte.

Eigens dafür hatte der Rennstall seine Autos in einem speziellen Design fahren lassen, das Team trug eine besondere Kleidung, die Mehrheit der Vorstandsmitglieder war vor Ort. „Wenn man es aus Karma-Sicht betrachtet, können wir nur verlieren“, schwante Wolff schon vor dem Rennen Böses – und behielt Recht.