Formel 1

Formel 1 Sicherheitskonzept sieht vor, die Zahl der Teammitglieder im Fahrerlager auf jeweils 80 zu begrenzen

Drakonische Maßnahmen bei Neustart

Archivartikel

Spielberg.Mit einem Mini-Aufgebot und weiteren drastischen Sicherheitsmaßnahmen hofft die Formel 1 auf einen Neustart in der Corona-Krise. „Natürlich werden die Überprüfungen, Testungen und Beschränkungen ziemlich drakonisch sein“, sagte Red-Bull-Teamchef Christian Horner am Montag dem Fachmagazin „Autosport“ über den angepeilten Auftakt Anfang Juli in Österreich. „Wenn sie aber dem Sport erlauben, wieder zu starten, wird das eine Blaupause für nachfolgende Kurse sein.“

Die Formel 1 plant derzeit mit einer Rückkehr auf die Rennstrecke am 5. Juli auf dem Red-Bull-Ring in Spielberg. Es würden keine Fans auf dem Kurs erlaubt sein. Eine Woche später soll gleich der zweite Grand Prix ebenfalls in Österreich ausgetragen werden. Insgesamt wollen die Formel-1-Bosse zwischen 15 und 18 Grand Prix in den Kalender zwängen. Die ersten zehn Saisonläufe der Königsklasse bis Ende Juni wurden abgesagt oder auf unbestimmte Zeit verschoben. Ein Neustart in Spielberg sei nur mit einem schlüssigen Sicherheitskonzept möglich, hatte vor Kurzem Österreichs Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) gesagt. „Nur unter strikten, strengen Bedingungen werden wir solche Veranstaltungen zulassen und natürlich, ich glaube das versteht sich in der Situation von selbst, ohne Massenpublikum.“

Horner sprach davon, dass die Zahl der Teammitglieder auf jeweils höchstens 80 begrenzt werde. „Sie müssen alle im selben Hotel bleiben, sie müssen alle zusammen reisen und sie werden sich nicht mit anderen Teams austauschen können“, erzählte der frühere Teamchef von Sebastian Vettel. Das Fahrerlager würde also erheblich begrenzt werden, unter anderem würde es auch keine VIP-Besucher geben.

Fortgeschrittene Vorbereitungen

„Wir müssen natürlich alle auch erst einmal schauen, wie wir aus unseren Heimatländern rauskommen und auch wieder rein nach so einer Rennwoche. Aber ich denke, die Vorbereitungen sind ziemlich weit fortgeschritten. Gleichzeitig müssen wir abwarten, was in den nächsten Wochen passiert“, sagte der deutsche McLaren-Teamchef Andreas Seidl den TV-Sendern RTL/ntv.

Sieben von zehn Rennställen haben ihre Fabriken in England. Ferrari und Alpha Tauri besitzen Zentralen in Italien, Alfa-Romeo-Sauber in der Schweiz. Eine Einreise der Teammitglieder nach Österreich würde nur mit einem negativen Test auf den Erreger Sars-CoV-2 erlaubt werden. „Die ganze Situation ist nach wie vor sehr dynamisch und kann sich täglich ändern“, mahnte Seidl. „Wir sind im Moment in enger Abstimmung mit den anderen Teams und der Formel 1, um ein detailliertes Konzept auszuarbeiten.“

Nach Seidls Einschätzung darf die Formel 1 bei den erforderlichen Tests jedoch keine Sonderrolle einnehmen. „Es wird wichtig sein, dass wir diese Rennwoche nur dann durchziehen, wenn sichergestellt ist, dass in den einzelnen Ländern genügend Tests vorhanden sind, genug Equipment, um erst einmal die Bevölkerung zu beschützen und zu versorgen“, meinte der 44-Jährige. dpa