Formel 1

Formel 1 Ehemaliger Alleinherrscher der Königsklasse macht Vorschläge für mehr Spannung

Ecclestone sorgt sich

Archivartikel

Spielberg.Nach der Kritik von Lewis Hamilton haben auch andere Piloten und der ehemalige Formel-1-Boss Bernie Ecclestone der Königsklasse des Motorsports nicht das beste Zeugnis ausgestellt. Er würde nicht soweit gehen, dass der Sport in einer Krise stecke, meinte Sergio Perez am Donnerstag bei der Pressekonferenz zum Großen Preis von Österreich (Rennen am Sonntag, 15.10 Uhr/RTL und Sky): „Aber die Leute verlieren das Interesse.“

Aus Sicht des 29 Jahre alten Mexikaners vom Team Racing Point liegt das Problem an der Kluft zwischen einigen Rennställen. „Das Feld muss insgesamt enger zusammenrücken“, forderte er. „Der Sport ist sicher nicht in bester Verfassung“, pflichtete der 21 Jahre alte Ferrari-Pilot Charles Leclerc bei.

Vor allem die Dominanz von Mercedes bereitet vielen Sorgen. Die Silberpfeile haben seit einschließlich 2014 jeweils die Titel in der Fahrer- und der Konstrukteurswertung gewonnen. Superstar Hamilton ist mit sechs Siegen aus den ersten acht Saisonrennen auf dem besten Weg, erneut den Titel zu holen. Nach seinem Sieg zuletzt in Le Castellet hatte der 34 Jahre alte fünfmalige Champion selbst betont: „Ich sehe den Schlamassel, in dem wir stecken.“ Es sei aber nicht die Schuld der Fahrer.

Red-Bull-Pilot Max Verstappen wies nun aber daraufhin, dass es immer schon Phasen gegeben habe, in denen ein Team dominierte „und einen besseren Job macht als die anderen“. Letztlich sei jedes Team auch bei erneuten Regeländerungen bedacht, das Beste für sich rauszuholen. „Vielleicht ist es daher besser, die Teams rauszuhalten und zu sagen, das sind jetzt die Regeln“, meinte der 21-Jährige.

Team-WM einführen

Das sieht der 88-jährige Ecclestone in Teilen ähnlich, hält aber nichts von zu vielen Beteiligten, die Einfluss nehmen könnten. „Zuerst würde ich mit den Teams nicht reden. Das ist, als hätte man ein Komitee, und das brauchst du nicht, wenn du solche Entscheidungen triffst“, sagte der Brite dem Fernsehsender ESPN. Ecclestone würde neben der Fahrer- und der Konstrukteurs- eine weitere WM-Kategorie einführen: Die Team-Weltmeisterschaft. Diese würde die anderen beiden in keiner Weise beeinflussen. Die Konstrukteurs-WM sei für die Hersteller wie Mercedes oder Ferrari. Den Rennställen der Team-WM würde er ein Auto bauen. Die Motoren der Wagen müssten eine Saison halten. „Wenn du mit einem Team starten willst: Hier ist deine Chance. Ich geb’ dir ein komplettes Auto und einen Ersatzmotor. Und ich geb’ dir 30 Millionen Dollar im Jahr“, sagte Ecclestone. So könne man auch den „Unsinn“ mit einer Kostenbegrenzung vergessen.

Es wäre auch möglich, nur ein Auto pro Team ins Rennen zu schicken. Um für mehr Spannung zu sorgen, könnte sich Ecclestone auch die Wiedereinführung von Tankstopps vorstellen oder die Autos der Konstrukteure schwerer machen. 

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