Formel 1

Formel 1 Der Titelverteidiger und WM-Führende sorgt ausgerechnet beim 1000. Grand Prix von Ferrari für den 100. Erfolg für Mercedes / Missglückter Neustart

Hamilton behält im Chaos den Überblick

Archivartikel

Mugello.Zu einem müden Gruß an die Fans aus seinem lahmenden Ferrari reichte es noch, doch Sebastian Vettels Urteil nach der nächsten Formel-1-Demütigung fiel vernichtend aus. „Es gab heute nicht viele Autos, die langsamer waren als wir“, sagte der viermalige Weltmeister nach Platz zehn in Mugello. Beim 1000. Grand Prix der Scuderia fuhr das Traditionsteam vor den heimischen Tifosi chancenlos hinterher.

Im Crash-Chaos auf der Ferrari-Hausstrecke in der Toskana fuhr Lewis Hamilton den 100. Mercedes-Erfolg seit dem Wiedereinstieg als Werksteam vor zehn Jahren ein. Der Finne Valtteri Bottas als Zweiter machte beim wilden Rennen mit mehreren Unfall-Unterbrechungen den Tag der Silberpfeile perfekt. Dritter wurde der Thailänder Alexander Albon, der im Red Bull erstmals einen Podestplatz eroberte.

Hamilton baute durch seinen 90. Karriere-Triumph seinen WM-Vorsprung auf 55 Punkte vor Bottas aus und kann im kommenden Rennen in Russland mit Rekordhalter Michael Schumacher (91 Siege) gleichziehen. „Das waren heute drei Rennen an einem Tag, es war unglaublich hart. Mein Herz rast immer noch“, versicherte der Brite, nachdem er sichtlich erschöpft aus seinem Auto geklettert war. Schon der Start ins Ferrari-Jubiläum mündete im Durcheinander. Hamilton kam von der 95. Pole Position seiner Karriere schlecht weg, Bottas raste sofort auf Rang eins. Dahinter versagte der Motor von Max Verstappens Red Bull, der Niederländer fiel ins Mittelfeld zurück und wurde dann von Kimi Räikkönen im Alfa Romeo ins Kiesbett geschoben. Auch für Toro-Rosso-Pilot Pierre Gasly aus Frankreich war der Arbeitstag nach wenigen Kilometern wegen dieses Unfalls vorbei. Weil sich auch der Spanier Carlos Sainz in seinem McLaren auf der Strecke drehte, mussten die folgenden Fahrer mühsam ausweichen. Vettel sah Sainz erst spät und beschädigte sich den Frontflügel. Die Rennleitung schickte das Safety-Car raus.

Doch der Wiederbeginn missglückte. Da Bottas regelkonform pokerte, am Ende des Feldes aber schon beschleunigt wurde, krachte Antonio Giovinazzi mit seinem Alfa Romeo in den Haas-Rennwagen von Kevin Magnussen. Auch Sainz und Williams-Pilot Nicholas Latifi wurden in den Unfall verwickelt. Nach dem Re-Start saugte sich Hamilton an Bottas heran, zog vorbei und gab die Führung nicht mehr her.