Formel 1

Formel 1 Mercedes-Pilot gewinnt auch das letzte Rennen der Saison vor Vettel und Verstappen / Hülkenbergs spektakulärer Unfall geht glimpflich aus

Hamilton zieht bis zum Schluss durch

Archivartikel

Abu Dhabi.Zum krönenden Abschluss der rauschenden Final-Party am Persischen Golf brannten Sebastian Vettel und Lewis Hamilton Seite an Seite rauchende Kringel in den Asphalt. Der 31 Jahre alte Deutsche musste sich im Ferrari auch im letzten Rennen einer „harten und erschöpfenden“ Formel-1-Saison dem zwei Jahre älteren Briten im Mercedes geschlagen geben. „Ich habe alles versucht bis zur letzten Runde. Ich hatte gehofft, es wäre ein bisschen mehr Rad an Rad geworden“, sagte Vettel – dazu kam es aber erst nach der Zieldurchfahrt, als er und Sieger Hamilton Formel-1-Aussteiger Fernando Alonso eskortierten und für kurze Zeit elf WM-Titel nebeneinander fuhren (5x Hamilton, 4x Vettel, 2x Alonso).

Gegenseitige Wertschätzung

Letztlich habe er keine realistische Chance gegen Hamilton gehabt, räumte Vettel ein. Der siegreiche Brite setzte sich vor Vettel und Max Verstappen im Red Bull durch. Hamilton feierte nach der 83. Pole am Samstag auch den 73. Sieg seiner Karriere. In einem ereignisreichen Grand Prix mit dem heftigen Erstrunden-Abflug von Nico Hülkenberg, dem frühen Aus von Kimi Räikkönen im letzten Rennen für Ferrari und jeder Menge Überholmanöver verlängerte Hamilton auch die Mercedes-Dominanz auf dem Yas Marina Circuit. Es war der fünfte Sieg der Silberpfeile in Serie.

Im Überschwang der Gefühle entblößte Hamilton auf dem Siegerpodest unter der Rosenwasser-Dusche seinen Oberkörper und präsentierte den johlenden Fans seinen ebenso durchtrainierten wie tätowierten Rücken mit seinem Motto: Ich wachse weiter. Als erster Pilot knackte der Brite mit 408 Zählern auch die 400-Punkte-Marke in einer Saison. Er gewann elf der 21 Rennen. Vettel nur fünf

Doch Hamilton, der sich für das Saisonfinale einen goldenen Helm hatte anfertigen lassen, genoss das Duell. „Es ist eine Ehre und ein Privileg gewesen gegen Sebastian“, sagte er. Der Heppenheimer gab noch auf der Zielgeraden das Kompliment zurück: „Er ist der Champion und er verdient es, der Champion zu sein. Wir werden nächstes Jahr zurückkommen.“

Alonso, den beide ebenfalls in höchsten Tonen lobten, wird dann nicht mehr dabei sein, er verabschiedete sich mit Platz elf in seinem 311. Rennen aus der Formel 1. Vierter wurde Daniel Ricciardo, der nach 100 Rennen für Red Bull und 150 in der Formel 1 zu Renault wechseln wird. Vorjahressieger Valtteri Bottas kam im zweiten Mercedes nicht über den fünften Platz hinaus und verpasste im WM-Klassement Rang drei. Er gewann kein einziges Rennen in diesem Jahr.

Das Finale begann mit einer Schrecksekunde: Beim Versuch, sich am Franzosen Romain Grosjean vorbeizudrängen, berührte Hülkenberg mit seinem Renault das Vorderrad von dessen Haas-Auto und wurdei in die Luft katapultiert. Hülkenberg überschlug sich und landete kopfüber in der Leitplanke. „Ich hänge hier herum wie eine Kuh und da ist Feuer, bringt mich hier raus“, funkte der Emmericher an die Box und gab dann vorsichtig Entwarnung. Der 31-Jährige konnte eigenständig aus seinem Wagen klettern und wurde beim Rennarzt obligatorisch untersucht. Der Überrollbügel hatte ihm einen sicheren Dienst erwiesen. dpa