Formel 1

Formel 1 Motodrom-Macher werden sich mit den Verantwortlichen der Königsklasse nicht einig / Vage Pläne für ein Eifel-Rennen

Hockenheim nein, Nürburgring vielleicht

Nürburgring/Hockenheim.In der Herbstkälte der Eifel könnte die Formel 1 ein völlig überraschendes Comeback auf dem Nürburgring feiern. Die Betreiber der Rennstrecke bestätigten generelle Gespräche über ein mögliches Deutschland-Rennen in diesem Jahr. Sieben Jahre nach dem bislang letzten Grand Prix auf der Strecke am Fuße der Nürburg ist einem Medienbericht zufolge der 11. Oktober als Renntag auserkoren.

Seit der letzten Austragung 2013 hätten immer wieder Gespräche stattgefunden, teilte Pressesprecher Alexander Gerhard auf Anfrage mit: „Auch dieses Jahr haben wir miteinander gesprochen. Zu vermelden gibt es im Moment aber nichts“. Wie das Online-Portal „motorsport-magazin.com“ berichtete, scheine das Rennen auf dem Nürburgring aber nur noch eine Formsache zu sein.

Aber warum nun auf einmal Eifel statt Nordbaden? Lange zogen sich die Gespräche der Verantwortlichen des Hockenheimrings und der Formel 1 hin. Zuletzt waren Mugello und Russland Mitte und Ende September bestätigt worden, die Rennen neun und zehn in der Corona-Notsaison, die mit fast viermonatiger Verspätung begonnen hatte.

In der ehemaligen Winter-Olympia-Stadt Sotschi hoffen sie auch auf ein Rennen mit Zuschauern. Und das scheint einer der entscheidenden Punkte bei den Verhandlungen mit dem Hockenheimring gewesen zu sein. Die Königsklasse habe signalisiert, dass man einen Grand Prix in Europa zumindest vor einigen Zuschauern stattfinden lassen wolle. „Mit den Verordnungen in Baden-Württemberg ist das nicht machbar“, sagte Veranstalter Jorn Teske.

Der andere Knackpunkt waren die Finanzen. „Wir haben immer versucht, eine Lösung zu finden. Wir sind aber immer bei unserer Maßgabe geblieben, dass wir nicht auf Kosten sitzenbleiben dürfen“, sagte Teske. „Wir sind am Ende nicht zusammengekommen.“

Doch dürfte das auch beim Nürburgring ein elementares Thema sein. Der Kurs wechselte sich ab 2007 aus finanziellen Gründen bereits mit dem Hockenheimring ab, ehe nach 2013 ganz Schluss war.

Auf die Frage, wie die Voraussetzungen sein müssten für ein Comeback in diesem Jahr, antwortete Nürburgring-Sprecher Gerhard: „Wie wir in der Vergangenheit immer betont haben, muss die Austragung einer Formel 1 auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten für den Nürburgring sinnvoll sein. An dieser Maßgabe hat sich nichts geändert.“

In Rheinland-Pfalz ist die Formel-1-Option für den Nürburgring allerdings noch kein Thema. Eine Sprecherin des für Sport zuständigen Innenministeriums zeigte sich überrascht von den Überlegungen. dpa