Formel 1

Formel 1 Hitze macht Fahrern und Teams zu schaffen

Kampf gegen den Kollaps

Archivartikel

Hockenheim.Schattenplätze sind auf dem Hockenheimring in diesen Tagen nicht nur auf den Zuschauertribünen besonders begehrt, sondern auch im Fahrerlager. Wo immer es geht, versuchen alle, der stechenden Sonne über der traditionsreichen Strecke in der Kurpfalz irgendwie aus dem Weg zu gehen. Teammitglieder verschwinden für ein Telefonat zwischen zwei Motorhomes, Mechaniker hocken unter kleinen Vordächern und lutschen in ihren wenigen Pausen ein Eis, während die Piloten zumeist mit einem Schirm in der Hand unterwegs sind, zumindest im Fall von Max Verstappen aber noch scherzen können: „Ich hoffe, dass eine Klimaanlage eine der Neuerungen für unseren Wagen ist, die das Team mit nach Hockenheim gebracht hat.“

Keine Frage: Die Hitze macht allen nicht nur zu schaffen, sondern führt den einen oder anderen auch an seine Grenzen – möglicherweise sogar die Boliden der Mercedes-Piloten Lewis Hamilton und Valtteri Bottas. Denn wenn der ansonsten in dieser Saison so zuverlässige Silberpfeil eines nicht mag, dann ist es Hitze, wie der Große Preis von Österreich zeigte. Dort gewann vor einem Monat ausnahmsweise mal kein Mercedes, sondern Red-Bull-Mann Verstappen vor Ferrari-Senkrechtstarter Charles Leclerc. Bottas wurde Dritter, Titelverteidiger Hamilton gar nur Fünfter. „Wenn es heiß wird, bekommen wir definitiv ein Problem“, sagt der Champion. Oder anders ausgedrückt: Dann droht der Hitzekollaps.

Mercedes leidet und hofft

Zwar zog Mercedes Konsequenzen aus der Österreich-Erfahrung und erneuerte die Kühlung, „was uns ein paar Grad Luft verschaffen sollte“, wie Bottas hofft. Doch das Grundproblem bleibt, weil das Auto schlichtweg für Extremtemperaturen nicht gemacht sei, wie Hamilton auf dem Hockenheimring verrät: „Es ist ein größeres Problem, das wir bei Hitze haben. Ich hoffe, dass wir dieses Wochenende klarkommen. Aber wenn es so heißt bleibt, wird es schwierig.“ Und Bottas pflichtet ihm bei: „Keiner hat erwartet, dass wir bei 40 Grad fahren.“

Doch das werden sie am Wochenende wohl auch nicht müssen. Am Freitag wurden zwar noch Asphalttemperaturen von 50 Grad gemessen, aber es gibt gute Nachrichten für die Silberpfeile, was gleichbedeutend mit einer schlechten Kunde für alle anderen Rennställe ist. Und die kommt von den Meteorologen: Im Qualifying an diesem Samstag und im Rennen am Sonntag sollen die Temperaturen sinken. Mercedes-Teamchef Toto Wolff definiert die Belastungsgrenze für seine Autos klar und hofft auf weniger als 32 Grad. Dieser Wunsch dürfte in Erfüllung gehen.