Formel 1

Formel 1 Red-Bull-Pilot steht nach seinen selbstverschuldeten Rückschlägen unter Druck / Nächster Anlauf beim Großen Preis von Kanada

Verstappen – nun zählt ihn auch sein Team an

Archivartikel

Montréal.Er galt lange als der Superstar der Zukunft, doch in der Gegenwart ist Max Verstappen das Sorgenkind der Formel 1. Vor dem siebten Saisonrennen am Sonntag (20.10 Uhr MESZ) in Montréal schlägt dem 20-Jährigen statt Bewunderung für sein Talent mehr und mehr Unverständnis für seine Un- und Ausfälle entgegen. Sogar bei Red Bull genießt der Niederländer nur noch einen begrenzten Welpenschutz. „Der einzige, der ihm helfen kann, ist Max“, sagte Teamchef Christian Horner.

Keines der bisherigen sechs Formel-1-Wochenenden in diesem Jahr, an denen nicht Verstappen auffällig geworden ist. Zuletzt vergab er die Chance auf einen Doppelerfolg von Red Bull beim Prestige-Grand Prix in Monaco, als er im dritten Training seinen Wagen in die Mauer setzte. Die Folge: er konnte keine Qualifikation mehr fahren, musste sich am Ende der Startaufstellung einreihen und wurde am Ende Neunter. Sein Teamkollege Daniel Ricciardo holte sich die Pole und fuhr nach einer glanzvollen Vorstellung trotz defekten Autos zum Sieg.

Vertrag bis 2020

Es war mein Fehler“, gab Verstappen nach dem Crash immerhin zu, fügte aber noch an: „Es war aber erst mein zweiter in dieser Saison.“ Red-Bull-Motorsportberater und Verstappen-Mentor Helmut Marko sagte indes deutlich: „Es ist klar, dass man das nicht so stehen lassen kann.“ Das Fachmagazin „auto-motor-und-sport“ spielte „Was-wäre-wenn?“ und rechnete aus, wie die Formel-1-Hierarchie ohne die Verstappen-Crashs aussehen würde. Fazit: Der Niederländer wäre als Dritter mitten im WM-Kampf mit Ferrari-Fahrer Sebastian Vettel und Titelverteidiger Lewis Hamilton im Mercedes.

Stattdessen steht er nach sechs Rennen mit 35 Punkten auf dem sechsten Platz, 75 Zähler hinter dem Führenden Hamilton und 37 Punkte hinter Ricciardo auf Rang drei. Dabei war Verstappen als eigentliche Nummer eins bei Red Bull vorgesehen. Im Oktober 2017 wurde dies durch einen Multi-Millionen-Vertrag bis 2020 dokumentiert. Aktuell ist jedoch der wesentlich günstigere Australier der Red-Bull-Hoffnungsträger. Doch dessen Vertrag läuft aus.

Ist es das viele Geld oder die immensen Erwartungen von anderen und an sich selbst, die ihn in solche Fehler treiben? „Max besitzt ein unglaubliches Talent und hat in dieser Saison einige harte Lektionen lernen müssen“, sagte Horner. Der Brite hat auch eine Idee, wer Verstappens Lehrmeister sein könnte. Der dreimalige Grand-Prix-Sieger solle sich eine Scheibe von seinem Teamkollegen abschneiden. „Er hat einen sehr guten Lehrer in dem Auto neben ihm in der Box.“ dpa