Formel 1

Formel 1 FIA sagt auch Baku-Rennen Mitte Juni ab

Viel Zeit für den Simulator

Archivartikel

London.Gleich beim Start erwischt es Nico Hülkenberg. Gestärkt mit einer Tafel Schokolade geht es der 32 Jahre alte Rheinländer etwas zu forsch an. Abflug mit seinem rosa Rennwagen. Hülkenberg kracht mit dem Racing Point in die Leitplanken. Aber: Weiter geht’s. Kein Safety-Car, keine allzu großen Schäden am Auto trotz des heftigen Einschlags.

Denn dieser Große Preis von Bahrain ist rein virtuell. Der erste einer neuen Serie der Formel 1, die damit auf die Absagen aller Grand Prix bis Ende Mai - und womöglich noch länger – wegen der Coronavirus-Pandemie reagiert hat. Was bei diesem virtuellen Kampf um Pole und Sieg erstmal zählt, ist der Spaßfaktor, verfolgt von über 100 000 Zuschauern allein bei Youtube.

Formel 1 statt DTM

„Sekt oder Selters“, meinte Hülkenberg – per Telefon ins Studio geschaltet – vorab zu seiner Strategie. Platz zehn nach Startrang fünf wurde es, den Schampus durfte sich der Chinese Guanyu Zhou gönnen, 20 Jahre alter Formel-2-Pilot, der ordentlich im Renault-Rennanzug und mit Helm in seinem Fahrersitz Platz nahm. Formel-E-Fahrer Stoffel Vandoorne (Mercedes) und der Österreicher Philipp Eng, normalerweise für BMW im Deutschen Tourenwagen Masters (DTM) unterwegs, komplettierten das virtuelle Podium. Engs Pläne sahen auch anders aus. Doch die geplanten Tests für die Saison waren erst von Monza nach Hockenheim und schließlich ganz gekippt worden. Wie es in der DTM weitergeht, steht nicht fest. Noch halten die Verantwortlichen am Saisonstart am 26. April im belgischen Zolder fest.

Im Simulator-Grand-Prix der Formel 1 waren von den aktuellen Piloten der Königsklasse lediglich Nicholas Latifi aus Kanada (Williams) und der Brite Lando Norris von McLaren vertreten. Wegen einiger Schwierigkeiten musste das Rennen später gestartet, und von 28 auf 14 Runden gekürzt werden.

Zeit, den leichten Stotterstart mit Spaßfaktor zu verbessern, ist noch reichlich da. Geplant war der virtuelle Ersatz für die abgesagten echten Rennen zunächst bis Ende Mai. Der Auftakt in Australien war ganz kurzfristig abgesagt worden. Bahrain, China, Vietnam, Niederlande, Spanien und Monaco finden nicht wie geplant statt. Nun gab der Weltverband FIA bekannt, dass es auch den Großen Preis von Aserbaidschan am 7. Juni in Baku nicht geben wird. Der früheste Saisonstart ist somit – Stand jetzt – am 14. Juni der Große Preis von Kanada in Montréal. Bis dahin sind vielleicht weitere Formel-1-Piloten dem Aufruf eines Fans gefolgt, der in Richtung von Hamilton, Verstappen und Vettel schrieb: „Komm Lewis, Max und Seb – wer ist wirklich der beste Fahrer?“ dpa/jako