Formel 1

Formel 1 Rennen in Shanghai vorerst verschoben / Ferrari streicht Sebastian Vettel den Nummer-1-Status

Virus bremst Königsklasse aus

Shanghai.Das Coronavirus bringt jetzt auch den Formel-1-Motor ins Stottern. Der Weltverband FIA verschob am Mittwoch unter dem Eindruck der Epidemie den für 19. April geplanten Großen Preis von China. Der Grand Prix in Shanghai war als vierter der 22 Saisonläufe geplant und soll nun zu einem späteren Zeitpunkt in diesem Jahr nachgeholt werden, „wenn die Situation sich verbessert“. Die Chancen auf einen Nachholtermin erscheinen indes gering, da der Kalender bis Ende November bereits sehr üppig gefüllt ist.

Der Veranstalter des Rennens habe nach längeren Gesprächen mit der FIA, dem chinesischen Motorsportverband und der Sportbehörde von Shanghai um die Verlegung gebeten, hieß es in der Mitteilung. Mit dieser Entscheidung solle „die Gesundheit und die Sicherheit der reisenden Mitarbeiter, der WM-Starter und Fans“ gesichert werden. Die Formel 1 wolle aber „so bald wie möglich“ wieder in China fahren. Die Gesamtzahl der Opfer durch das Virus Sars-CoV-2 auf dem chinesischen Festland liegt inzwischen bei mehr als 1100. Bei mehr als 44 000 Menschen wurde die Covid-19 genannte Erkrankung bestätigt.

Hockenheimring winkt ab

Die Formel-1-Saison startet am 15. März im australischen Melbourne, eine Woche später geht es in der Wüste von Sakhir in Bahrain weiter. Am 5. April soll erstmals in Vietnam auf einem Stadtkurs in Hanoi gefahren werden. Doch auch an der Premiere dieses Rennens gibt es inzwischen Zweifel wegen des Virus’. Hanoi liegt nur rund 150 Kilometer entfernt von der Grenze zu China. In Vietnam waren zuletzt Schulen in 26 von 64 Provinzen für eine Woche geschlossen worden. Es wurde ein zeitweiliger Einreisestopp für chinesische Touristen verhängt, Flugverbindungen wurden gestrichen.

Offen blieb zunächst, ob es im April einen Ersatz für den Grand Prix in China gibt. Die Macher am Hockenheimring hatten Spekulationen bereits zurückgewiesen, da die Zeit für Vorbereitung und Vermarktung kaum ausreichend sei. Auch für andere Strecken dürfte es ein wenig lukrativer Kraftakt sein, als Gastgeber einzuspringen. In diesem Fall müsste die Formel 1 zwischen der Reise nach Vietnam und dem Europa-Auftakt im niederländischen Zandvoort vier Wochen pausieren.

Heppenheimer gibt sich unbesorgt

Ungeachtet der Terminproblematik hat Ferrari klar gemacht, dass Sebastian Vettel ohne Nummer-1-Status in die neue Saison startet. „Sebastian ist im Moment unsere erste Wahl“, sagte Teamchef Mattia Binotto. Vettel bestreitet 2020 bereits seine sechste Saison mit Ferrari. Der 32-jährige Heppenheimer hat mit den Italienern aber noch keine Weltmeisterschaft gewinnen können.

Während Vettels Vertrag Ende dieses Jahres ausläuft, unterschrieb sein monegassischer Stallrivale Charles Leclerc (22) im Dezember 2019 einen langfristigen Kontrakt bis zum Ende der Saison 2024. Vettel zeigte sich angesichts der anhaltenden Debatten um seine Rolle bei der Scuderia gelassen. „Ich mache mir in dieser Hinsicht keine Sorgen. Ich muss mich nicht verstecken“, sagte er dem TV-Sender RTL. Eine veränderte Lage im Zweikampf mit Leclerc sieht Vettel aber nicht. „Wir haben beide das gleiche Auto und die gleichen Voraussetzungen. Der Rest wird sich auf der Strecke klären“, sagte Vettel. In Brasilien 2019 krachten beide Piloten erstmals sogar auf dem Asphalt ineinander.

„Charles hat ein Jahr Erfahrung mit uns hinter sich. Sie werden auf demselben Level sein, sie können beide darum kämpfen, vorne zu sein“, sagte Binotto. Beide Piloten sollen demnach erstmal frei fahren dürfen. Zuletzt waren auch Spekulationen aufgekommen, dass Titelverteidiger Lewis Hamilton (35) künftig das zweite Cockpit neben Leclerc bekommen könnte. „Wir ziehen das momentan nicht in Erwägung“, meinte Binotto. 

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