Formel 1

Formel 1 Mercedes-Teamchef Toto Wolff will der Konkurrenz auch im nächsten Jahr um einiges weit voraus sein

„Wir sind noch nicht fertig“

Archivartikel

Imola.Mit ein paar kräftigen Drinks begossen Lewis Hamilton und Teamchef Toto Wolff im Flieger die längste Titelserie der Formel-1-Historie. Auch wenn die beiden Schlüsselfiguren der Mercedes-Übermacht vor der Abreise aus Imola noch mit einem baldigen Abschied kokettiert hatten, dürften der Superstar und sein Boss in 10 000 Metern Höhe schon die nächsten Triumphe geplant haben. „Wir wollen diese Reise fortsetzen. Lewis und ich, wir sind noch nicht fertig“, sagte der Österreicher Wolff nach dem vorzeitigen Gewinn der siebten Konstrukteursweltmeisterschaft nacheinander.

„Lasst uns weiter gemeinsam Geschichte schreiben“, tippte auch Hamilton in sein Handy und dämpfte damit schnell alle Spekulationen um einen Rücktritt. Der 35-Jährige hatte nach dem 93. Grand-Prix-Sieg seiner Karriere noch für Unruhe gesorgt, als er seine Zukunft in der Formel 1 als „nicht garantiert“ beschrieb. Doch es ist unwahrscheinlich, dass der Brite sich die Chance auf weitere Bestmarken mit der Sieg-Maschinerie Mercedes entgehen lässt.

„Von morgen an werden wir uns auf den nächsten Abschnitt konzentrieren, auf das, was wir noch besser machen können“, sagte Hamilton. Klingt so einer, der keinen neuen Vertrag für 2021 mehr unterschreiben will und die Aussicht auf den alleinigen WM-Rekord sausen lässt? Schon in der Türkei in zwei Wochen könnte Hamilton seinen siebten Fahrertitel perfekt machen und zu Michael Schumacher aufschließen. Und weil sich im nächsten Jahr das Regelwerk nicht ändert, ist Mercedes auch dann wieder turmhoher Favorit. Auf Erfolgsmüdigkeit beim Branchenführer kann die Konkurrenz nicht hoffen. „Ich weiß, dass sie schon wieder zurück am Schreibtisch sind und daran arbeiten, den anderen voraus zu sein. So lief das in diesem Team schon immer“, schwärmte Hamilton über seine Mannschaft, die der britische „Guardian“ als „unangreifbar“ beschrieb.

Neue Motivation

Teamchef Wolff denkt sogar schon über 2021 hinaus. Mit den großen Reformen ab 2022 mit Budgetgrenzen und technischen Beschränkungen sei alles getan worden, um Mercedes aufzuhalten. „Das wird uns motivieren“, versicherte Wolff, nachdem er sich seine mit Champagner durchtränkte Maske vom Gesicht gezogen hatte.

In stillen Momenten ließ der 48-Jährige durchaus durchblicken, wie sehr ihn die vergangenen Jahre emotional ausgelaugt haben. „Dahinter stecken so viele Opfer, wirklich Blut, Schweiß und Tränen“, sagte Wolff – und ging wieder an die Arbeit.