Friedrichsfeld

Friedrichsfeld Mahnwache für tödlich verunglückten Fahrradfahrer

Abbiege-Assistenten für Lkw gefordert

Archivartikel

Bei einem schweren Lkw-Unfall war im Gewerbegebiet ein 34-jähriger Fahrradfahrer im Juni tödlich verletzt worden. Am vergangenen Freitag fand in der voll besetzten Calvin-Kirche eine Trauerfeier für den jungen Familienvater statt. Am Abend gab es eine Mahnwache an der Unglücksstelle. Dabei wurde auch ein so genanntes „Ghost Bike“ aufgestellt. Das ganze fand statt im Rahmen von Critical Mass. Hier treffen sich jeden dritten Freitag im Monat Menschen, um mit dem Fahrrad durch Mannheim und Umgebung zu fahren. Sie wollen damit auf die Gleichberechtigung von Radfahrer im Verkehr aufmerksam machen. In diesem Fall allerdings handelte es sich nicht um eine Ausfahrt, sondern um eine angemeldete Demonstration.

Die rund 100 Radfahrer wurden vom Wasserturm aus bis zur Unfallstelle im Gewerbegebiet von der Polizei begleitet. Gerhard Fontagnier, Mitglied der Fahrrad-Community, der das ganze angemeldet hatte, bedankte sich bei allen für die rege Teilnahme. Zuerst wurde mit einer Gedenkminute an den getöteten Fahrradfahrer erinnert. Danach stellte Fontagnier einige Forderungen für die Sicherheit der Fahrradfahrer, die allesamt mit lautem Fahrradklingeln begleitet.

Vor allem müssten alle Lkw mit den so genannten Abbiege-Assistenten ausgestattet werden, so Fontagnier, der als Grünen-Stadtrat auch verkehrspolitischer Sprecher seiner Fraktion ist. Man wolle als Fraktion auch einen entsprechenden Antrag im Mannheimer Gemeinderat einbringen, dass Lkw ohne diesen Abbiege-Assistenten nicht mehr in die Stadt fahren dürfen. Es gäbe in Deutschland bereits Städte, die das so praktizieren. Warum also auch nicht in Mannheim? Jeder auf diese Weise getötete Fahrradfahrer ist einer zu viel. Er rief auch alle Speditionen hier im Gewerbegebiet dazu auf, ihre Fahrzeuge mit dieser Leben rettenden Einrichtung auszustatten. „So ein Assistent kostet zwischen 700 und 3000 Euro, aber er kann Leben retten, da ist jeder Euro gut angelegt“, so Fontagnier zum Abschluss. Am Firmengebäude, an dem der Unfall geschah, wurde danach ein so genanntes „Ghost Bike“ aufgestellt, das wie ein Mahnmal an den Unfall, erinnern soll, aber auch daran, dass er mit einer kleinen technischen Einrichtung hätte verhindert werden können. -ion