Friedrichsfeld

Seckenheim Mitglieder der Seelsorgeeinheit Mannheim St. Martin auf Pilgerreise in Assisi

Auf den Spuren des Franziskus

Archivartikel

Auf eine Pilgerreise begaben sich Mitglieder der Seelsorgeeinheit Mannheim St. Martin unter der Leitung von Pfarrer Markus Miles und der Gemeindereferentin Cordula Mlynski. Dieses Mal bildete die schöne Landschaft Umbriens in Mittelitalien, genauer das malerisch am Berg liegende Assisi, das Ziel. Hier bewegte man sich eine Woche lang auf den Spuren des Heiligen Franziskus (1182 bis 1226) und der Heiligen Klara (1194 bis 1253).

Nach einem Zwischenstopp mit Übernachtung kam die Gruppe im Assisi Garden, einem ehemaligen Kloster, an. Gleich am ersten Tag ging es hinauf nach Assisi und bis ans Ende der Stadt nach San Ruffino, der Taufkirche des Heiligen Franziskus, der eigentlich auf den Namen Giovanni (Johannes) Battista Bernardone getauft wurde. Neben Franziskus wurden hier auch die Heilige Klara und Friedrich II. getauft.

Informationen über den Heiligen

Vor der imposanten Kirche gab es einen ersten geistlichen Impuls von Pfarrer Markus Miles sowie viele wichtige Informationen aus dem Leben den Heiligen, der sich ja bekanntlich von seiner reichen Familie losgesagt hatte, um fortan in Armut zu leben. Bei einem Kaffee auf der geschäftigen Piazza und später auf der Terrasse der Unterkunft ließ man diesen ersten Tag ausklingen.

Am nächsten Tag stand ein Besuch der Chiesa Nuova auf dem Programm. Sie wurde an der Stelle des Geburtshauses des Heiligen Franziskus erbaut. Nach dem Morgenimpuls bestand Gelegenheit, die Burg Rocca Maggiore hoch über der Stadt mit einem phänomenalen Ausblick, zu besichtigen.

Am Nachmittag stand eine weitere wichtige Stätte im Leben von Franziskus zum Besuch an: die Wallfahrtskirche San Damiano etwas außerhalb der Stadt. Hier am berühmten Kreuz von San Damiano sprach nach der Überlieferung Jesus Christus im Gebet zu Franziskus „Franziskus, geh und baue mein Haus wieder auf, das, wie du siehst, ganz und gar in Verfall gerät“, worauf Franziskus die verfallene Kirche wieder aufbaute. Hier gründete außerdem die Heilige Klara den Orden der Klarissen. Nachdem sich Franziskus von seinem Vater losgesagt hatte, verbrachte er viel Zeit in der kleinen Einsiedelei Eremo delle Carcerie, deren Besuch am nächsten Tag auf dem Programm stand.

Auch Heilige Klara Thema

Wer sich in Assisi auf den Spuren des Heiligen Franziskus bewegt, der muss natürlich auch die Basilica di San Francesko besuchen. Jene beeindruckende Kirche mit dem Sarg des Heiligen, die sowohl in Ober- und Unterkirche als auch in der Krypta überreich mit Freskenmalereien versehen ist. Die wurden den Pilgern von Pater Thomas, der aus Speyer stammt, näher gebracht. Der Mittagsimpuls erfolgte im kleinen Kirchlein San Stefano.

Hatte man die ganzen Tage überwiegend über den Heiligen Franziskus gesprochen, so stand jetzt die Heilige Klara, deren Geschichte ja eng mit der von Franziskus verknüpft ist, mit dem Besuch der Basilica Santa Chiara auf dem Programm. Hier hängt in einer Seitenkapelle das Original Kreuz von San Damiano aus dem 11. Jahrhundert, in der Krypta gibt es viele Reliquien der Heiligen, darunter ein Kästchen mit ihren blonden Locken, Gewänder und natürlich der gläserne Sarg.

Der letzte Tag der Pilgerreise war für die Teilnehmer dann nicht mehr ganz so anstrengend. Mit dem Bus fuhren sie in das wunderschöne Rietital, um auch dort Stätten des Heiligen anzusehen wie etwa die Einsiedelei Fontecolombo mit dem Original von Franziskus gemalten ersten Tau in der Magdalenenkapelle oder das in den Felsen gebaute Kloster Grecchio, an dem es die erste Darstellung einer Krippe gab, um damit die Weihnachtsbotschaft zu verkünden. Mit einem Gottesdienst ging dieser Besuch zu Ende.

Am Abreisetag gab es dann noch einen Gottesdienst in der Basilica Santa Maria degli Angeli. In dieser Basilica steht die Portiunkula, jenes kleine Kirchlein, das Franziskus wieder aufgebaut und in dem er seinen Franziskanerorden gegründet hat. Hier erhielt die Heilige Klara von ihm das Ordensgewand, und hier starb er am 3. Oktober 1226.

Mit einem Zwischenstopp und Übernachtung in Bologna machte sich die Pilgergruppe, sicher chauffiert von Busfahrer Christoph, dann wieder zurück auf den Heimweg. Hier kamen alle Teilnehmer wieder wohlbehalten an – mit den verschiedensten und teilweise auch sehr persönlichen Eindrücken.