Friedrichsfeld

Friedrichsfeld Band „anders“ kommt zurück zu den Wurzeln

Beatbox-Solo reißt alle mit

Archivartikel

„Wir sind einfach anders ... also anders voneinander“, betont Johannes Berning von der A-Cappella-Band „anders“. Denn dass die Boygroup, die eigentlich gar keine sein will, anders ist, hat seinen Grund. Die fünf Studenten hören unterschiedliche Musik, schauen andere Filme, mögen andere Frauen – nur beim Musikmachen sind sie sich einig. Da soll es vor allem harmonisch, selbstironisch, reflexiv sein und Stimmung machen. Dass ihnen das alles gelingt, stellen sie bei ihrem Konzert in der Friedrichsfelder Johannes-Calvin-Kirche dieses Jahr schon zum vierten Mal unter Beweis.

Rein zufällig hat die Band die evangelische Kirche nicht als Veranstaltungsort ausgewählt. Johannes Jäck, der Bariton und Beatbox-Künstler der Band ist der Sohn des Pfarrerehepaars. Deshalb freut sich Pfarrer Michael Jäck auch besonders, anders in Friedrichsfeld begrüßen zu dürfen. „Die Kirche ist so voll wie selten“, scherzt er, aber das freue ihn. Für ihn gehöre anders schon fast zu Friedrichsfeld, schließlich hatte die Band im Friedrichsfelder Gewerbegebiet auch mal ihren Proberaum. Deshalb fühle sich das Konzert für die Gruppe auch ein bisschen wie nach Hause kommen an.

Doch die Zeit, als sich die Band noch regelmäßig in Friedrichsfeld zum Singen verabredet hat, ist schon eine ganze Weile her, und seitdem ist so einiges passiert. Diesen Sommer etwa haben sie in Graz beim A-Cappella-Festival Vokal Total den ersten Preis in der Kategorie Pop mit nach Hause genommen. Seit sich die Band schon vor über zehn Jahren in der achten Klasse an der Elisabeth-von-Thadden-Schule gegründet hat, sind die Melodien ausgefeilter geworden und die Jungs trauen sich mehr. Nur eines hat sich nicht geändert: Das favorisierte Thema ihrer Lieder ist immer noch die Liebe.

Die meist von Johannes Berning selbst geschriebenen Texte bringen die Gäste trotzdem, oder vielleicht auch gerade deswegen, ab und zu zum Lachen, wenn etwa über Linda von Tinder berichtet wird, die doch so gerne Kinder hätte – wie es in einem Song heißt. Als Johannes Jäck dann mit seinem Beatbox-Solo loslegt, geht ein Raunen durch die Menge. „Das ist wirklich unglaublich“, sagt ein Zuhörer in der Menge. Jäck bringt die Musikboxen mit seinen selbst erzeugten Bass-Geräuschen wie auf einer Elektroveranstaltung zum Beben.

Zwei Zugaben erklatscht

Doch das Publikum darf sich nicht nur mit lautem Klatschen begnügen, sondern auch selbst die Stimmbänder schwingen lassen. Beim Lied „Lichter der Stadt“ singt die Band mit der Unterstützung der Gäste über ihre Wahlheimat Freiburg, in der alle fünf Mitglieder, also Johannes Berning, Adrian Goldner, Johannes Jäck, Moritz Nautscher und Fabian Weithoff leben und studieren.

Am Ende des Auftritts erklatscht sich das Publikum zwei Zugaben, und dieser Bitte kommt anders gerne nach. Schließlich seien sie ja froh hier zu sein, und hätten den Abend mit dem Friedrichsfelder Publikum mehr als genossen. niz