Friedrichsfeld

Friedrichsfeld Vor-Ort-Begehung der Bahnbaustelle / Aufgeheizte Diskussion

Bürger machen ihrem Ärger Luft

Die Bauarbeiten der Deutschen Bahn beschäftigten bei der jüngsten Bezirksbeiratssitzung in Friedrichsfeld viele Einwohner (wir berichteten). Sitzungsleiterin Marianne Seitz (CDU) hatte daraufhin eine Vor-Ort-Begehung mit Verantwortlichen der Bahn organisiert. Den Termin gestern Morgen nahmen auch einige Anwohner wahr, um ihre Anliegen loszuwerden.

„Dass hier gebaut werden muss, verstehen wir“, führte etwa Christina Rude an. „Wir wünschen uns einfach eine klare Kommunikation.“ So habe sie von der Baufirma und der Bahn an ein und demselben Tag zwei widersprüchliche Informationsschreiben erhalten, beklagte Rude. Peter Prisslinger, Leiter des DB-Arbeitsgebiets Ingenieurbau, äußerte Verständnis: „Wir müssen an der Kommunikation arbeiten.“ Mit Bezug auf Beschwerden, dass Lkw die Straße versperren würden, stellte er jedoch klar: „Das, was die Firma macht, darf sie.“ An der Parkplatzproblematik könne die Bahn nichts ändern, erläuterte Prisslinger weiter. Für Straßensperrungen sei das Ordnungsamt zuständig.

Gestern Nachmittag erhielt Anwohner Marc Rude aus dem Mannheimer Rathaus die Auskunft, dass die Stadt mit dem verantwortlichen Bauleiter Kontakt aufgenommen habe. Dabei habe man explizit darauf hingewiesen, dass Baufahrzeuge, die zur Anfahrt auf Halteverbote angewiesen sind, nur zwischen 9 und 16 Uhr dort vorfahren dürften. Auch eine Absperrung des Wendekreises sei angemahnt worden.

Vorwürfe, die Baustelle werde zudem unzureichend kontrolliert, wiesen Projektingenieurin Paula Daian und Projektleiter Sascha Martin-Albrecht gestern vor Ort zurück. „Wir sind im Zwei-Wochentakt bei der Baubesprechung auf der anderen Seite der Gleise“, sagte Daian.

„Gutachter sichtet Häuser“

Einige Anwohner klagten über Risse in Hauswänden. „Es geht mir nicht um den Lärm, aber bei Gebäudeschäden hört es auf“, betonte Bezirksbeirat Reinhard Schatz (Freie Wähler ML) aus der Pfalzburger Straße. Die fehlende Baufeststellung vor Beginn der Arbeiten bereite ihm Sorgen. Daian versicherte, man habe sich mit dem Thema auseinandergesetzt und schicke einen Zuständigen. „Ich kann Ihnen nichts versprechen, aber wir haben einen Gutachter, der vieles auch im Nachhinein erkennt“, ergänzte Prisslinger.

Während der aufgeheizten Diskussion äußerten Bürger zudem die Bitte, die Baustelle besser zu sichern. Viele Kinder würden zwischen dem Schutt spielen, was zu gefährlich sei. Stadträtin Marianne Seitz versprach, sich mit dem Ordnungsamt in Kontakt zu setzen, um die Bitten und Probleme weiterzuleiten.

400 Meter weiter wurde ein weiteres Anliegen besprochen. Anwohnerin Sibylle Maus hatte bereits in der Bezirksbeiratssitzung berichtet, dass es in der Main-Neckar-Bahn-Straße Probleme mit einem verwahrlosten Bahn-Grundstück gebe. Dieses sei an eine Estrichfirma vermietet. „Die Büsche ragen über den Gehweg, und wir haben schon eine Rattenplage“, führte Sibylle Maus aus. „Wir brauchen ein Konzept oder einen Plan, aber so kann das nicht bleiben“, ergänzte Anwohner Michael Kilian. Bahn-Mitarbeiter Prisslinger begutachtete das Gelände, stellte jedoch klar, dass das Thema nicht in seinen Zuständigkeitsbereiches falle. Er versprach jedoch, die Anliegen weiterzugeben.