Friedrichsfeld

Kommunalpolitik Vorortverwaltung kommt bei der VR Bank unter / Bestand dadurch einstweilen gesichert

Bürgerservice erhält neues Zuhause

Archivartikel

Die Vogesenstraße, Hauptschlagader von Friedrichsfeld: Der Platz an der Kreuzung zur Hugenottenstraße bildet das Zentrum des kleinen Vorortes. Hier liegen mehrere Geschäfte, zwei Cafés, eine Pizzeria, eine Apotheke. Und die VR Bank Rhein-Neckar. Ein idealer Standort für Dienstleistungen also. Seit 13. November ist hier auch der Bürgerservice der Stadt Mannheim untergebracht, in den Räumen der Bank – ein neuartiges Kooperationsmodell.

Bis dahin residiert die Vorortverwaltung einige hundert Meter entfernt in einem Haus, in dem sich auch die Stadtbücherei befindet. Doch das historische Bauwerk ist nicht barrierefrei.

Ideale Lösung

Und zu groß ausgelegt für den Bedarf in diesem kleinen Stadtteil; „aus Sicherheitsgründen mussten dort stets zwei Mitarbeiter Dienst tun“, erinnert OB Peter Kurz bei der Eröffnung des neuen Büros. Auch die Zahl der Trauungen ging immer weiter zurück. „2018 gab es hier bislang nur eine einzige“, berichtet die für die Bürgerdienste zuständige Bürgermeisterin Felicitas Kubala.

Auf der Suche nach einer besseren Lösung wird die Stadt handelseinig mit der VR Bank Rhein Neckar. Denn auch die steht mit ihrem ausgedehnten Netz an Dependancen in den Stadtteilen unter Druck. Von einer „Win-win-Situation“ spricht daher der Oberbürgermeister.

Und in der Tat: Das neue Modell bringt eine Bestandssicherung sowohl für die Bankfiliale als auch für den städtischen Bürgerdienst, für letzteren darüber hinaus günstigere Rahmenbedingungen: Die Barrierefreiheit kann nunmehr gewährleistet werden, auch die Nachmittagsöffnung an zwei Werktagen wird möglich – ohne höheren Aufwand.

Denn die räumliche Anbindung an die Bank macht es für die Stadt nunmehr entbehrlich, aus Sicherheitsgründen zwei Mitarbeiter vor Ort beschäftigen zu müssen, ermöglicht dadurch stattdessen einen dem realen Arbeitsanfall entsprechenden Einsatz von nur einer Person: „Sie können sich vorstellen, was dies finanziell bedeutet“, deutet der OB an.

„Bei uns muss es sich im Unterschied zur Bank zwar nicht rentieren“, meint Kurz: „Aber Wirtschaftlichkeit im Sinne von sorgsamem Umgang mit Steuergeldern ist auch bei uns höchstes Gebot.“ Die jetzige Lösung bedeute durch die besseren Rahmenbedingungen in diesem Sinne daher „Zukunftssicherheit“ für den Bürgerservice vor Ort: „Die hätte es sonst möglicherweise nicht gegeben“, deutet Kurz an: „Irgendwann wäre vielleicht die Frage der Schließung aufgekommen.“

Die Bezirksbeiräte sehen dies ebenso, beklagen aber, nicht konsultiert worden zu sein. Offen ist auch die Frage, wie der Trausaal fortan genutzt wird. Als Jugendtreff? Die Antwort bringt das neue Jahr. -tin