Friedrichsfeld

Friedrichsfeld Gemeindeverein und Kindergarten feiern gemeinsam 125. Geburtstag

„Ein Geschenk des Himmels“

Bereits seit 125 Jahren gibt es den evangelischen Kindergarten in Friedrichsfeld, heute eine Kindertagesstätte. Genauso lange besteht auch der evangelische Gemeindeverein. Grund also, dieses Fest gemeinsam in der Kirche zu feiern. „Wir feiern heut’ ein Fest“, sangen dazu die Kinder der Kindertagesstätte. Neben Pfarrerin Monika Mayer-Jäck begrüßte der Rabe Abraxas, der den Kindern bestens bekannt ist.

Die Leiterin der Kita, Ulrike Lorenz, erklärte, dass die Idee des Kindergartens von Friedrich Fröbel schon viel älter ist, nämlich 179 Jahre alt. Damals wie heute seien Kinder gehegt und auf das Leben vorbereitet worden, die Anforderungen an einen Kindergarten oder eine Kita hätten sich im Laufe der Jahre jedoch sehr verändert.

Einen ausführlichen geschichtlichen Rückblick auf die Entstehung des evangelischen Gemeindevereins hielt Peter Herrmann. Im Jahre 1894sei dieser Verein als Ortsgruppe des Badischen Frauenvereins zum Roten Kreuz e.V. gegründet worden. Herrmann stütze sich bei seinem Ausführungen im Wesentlichen auf die von seinem Vater Willi Herrmann sehr ausführlich verfasste Chronik des Vereins, die aus Anlass des 100-jährigen Bestehens entstand. Natürlich haben sich die Aufgaben des Vereins im Laufe der Jahre gewandelt.

Früher wurden Mädchen und junge Frauen in Hauswirtschaft ausgebildet, aber mangels Bedarf wurde das anfangs der 1960er Jahre eingestellt. Nun traten ganz andere Förderzwecke in den Vordergrund, die ursprünglich so nicht angedacht waren. So wäre beispielsweise der Bau des Gemeindehauses ohne die Mittel aus dem Gemeindeverein nicht möglich gewesen. Außerdem fördert der Verein auch heute noch schwerpunktmäßig die Kindertagesstätte ebenso wie die gesamte Gemeindearbeit der Johannes-Calvin-Gemeinde. Den Namen Frauenverein trug er zu Recht, wurde er doch über viele Jahre hinweg ausschließlich von Frauen geführt. Nur der 1. Vorsitzende musste der Pfarrer sein, das ist bis heute so. Viel Arbeit in der Gemeinde übernehmen beispielsweise die so genannten Vertrauensfrauen.

Damals wie heute war und ist die Unterstützung durch den Gemeindeverein unverzichtbar. Die nächste große Aufgabe wird der Neubau des Kindergartens sein, aber beispielsweise auch die Unterstützung bei häuslicher Angehörigenpflege ist nach wie vor unerlässlich. So gab es am Ende den Appell, sofern noch nicht getan, dem Gemeindeverein beizutreten und ihn so stark zu machen für seine sozialen Aufgaben.

Monika Mayer-Jäck und Michael Jäck erläuterten das evangelische Profil der Kindertagesstätte, deren Aufgabe es sei, die Kinder zu betreuen bis zur Schule. „Kinder sind ein Geschenk des Himmels“, sagte die Pfarrerin. Sie brauchten Schutz, Fürsorge und Förderung: „Kinder sollen möglichst viel von Gottes Liebe erfahren und in einer Atmosphäre von Licht und Wärme aufwachsen.“ Dazu gebe es in der Kindertagesstätte viele pädagogische Projekte und Ansätze, damit aus den Kindern selbstbewusste und lebensfrohe junge Menschen würden – im Vertrauen auf Gott.

Zum Abschluss der Feierstunde zeigten die Kinder einen kleinen Rückblick auf die Sommerfeste der vergangenen 25 Jahre. Da gab es unter anderem ein Wiedersehen mit dem Regenbogenfisch und der kleinen Raupe Nimmersatt. Die kleinen Darsteller erhielten viel Applaus der Gäste. Im Kindergarten bestand bei Sekt und Büffet die Gelegenheit zum Austausch und zu Gesprächen.