Friedrichsfeld

Ein guter Anfang

Die kritische Stimmung der zurückliegenden Wochen im Gewerbegebiet Friedrichsfeld hat sich spürbar entspannt. Vertreter aller mit den hiesigen Problemen befassten Stellen, immerhin 40 Personen, haben sich getroffen, Lösungen auf den Weg gebracht, soweit es solche geben kann. Das ist zumindest ein guter Anfang.

Doch die Problematik Verkehr ist auch hier, im Gewerbegebiet Friedrichsfeld, nicht völlig lösbar; sie ist Ergebnis einer historisch gewachsenen Struktur. Stadtplaner und Architekturkritiker Christoph Mäckler aus Frankfurt hat es einmal treffend auf den Punkt gebracht: Der Sündenfall, so sagt er sinngemäß, liege in der Trennung von Wohnen und Arbeiten. Damit entsteht für Mitarbeiter und Kunden die Notwendigkeit, vom Wohnort zum Standort des Gewerbes zu fahren, was zu ho-hem Verkehrsaufkommen führe. Das ist keine gute Entwicklung; zurückdrehen lässt sie sich nicht.

Im konkreten Fall Friedrichsfeld werden Verkehrsbelastung und vor allem Parkdruck vom neuen Nachbarn Amazon wenn nicht verursacht, so doch kräftig verstärkt. Das Verteilerzentrum eines Internethandels ist ja quasi die Verkörperung von Verkehr.

Doch die Amazon-Niederlassung kam nicht vom Mond. Ihr Erschließungskonzept wurde von Behörden genehmigt. Insofern war es überfällig, dass die Stadt Mannheim jetzt endlich auf die Situation vor Ort reagiert und zu diesem Treffen eingeladen hat.

Attraktivität erhalten

Das Areal ist diese Anstrengungen wert. Unter den Mannheimer Gewerbegebieten ist das Friedrichsfelder, quasi eine der ersten Konversionsflächen innerhalb der Stadt, eines der am besten gelungenen. Mit erstklassigen Adressen von Lochbühler über Berrang bis zu Porsche, daher auch mit attraktiver Architektur. Umso bedauerlicher, dass gerade dieses Gebiet inzwischen Probleme hat, die von seinen Nutzern als abträglich für das gesamte Areal angesehen werden.

Positiv ist immerhin, dass Amazon am Runden Tisch teilnahm, sich dort der Kritik stellte, konkrete Maßnahmen zusagte. Das hat vor Ort positiv überrascht, widersprach es doch dem Bild, das sich manche von diesem Riesen machen. Aber spätestens das Beispiel Facebook mag den Verantwortlichen gezeigt haben: Sogar ein Weltkonzern, dessen Umsatz um ein Zigfaches höher liegt als der Haushalt der Stadt Mannheim, kann sich auf Dauer kein schlechtes Image leisten.