Friedrichsfeld

Friedrichsfeld Vor-Ort-Termin mit der CDU zur baulichen Entwicklung des Stadtteils

Ein Neubaugebiet bei der „Langen Liese“?

Archivartikel

Der Ruf nach einem Neubaugebiet wird in Friedrichsfeld immer mal wieder laut – gerade vor dem Hintergrund, dass der Stadtteil eine Zeit lang laut einer Bevölkerungsprognose der einzige in Mannheim mit rückläufiger Entwicklung bis 2038 war. Das heißt: Langfristig gehen Einwohner verloren. Die „rote Laterne“ hält inzwischen zwar die Vogelstang. Doch zusammen mit der Gartenstadt, wo die Prognose ebenfalls nach unten weist, gehört Friedrichsfeld weiterhin zu den drei Mannheimer Stadteilen mit rückläufiger Bevölkerungszahl.

Darüber berichteten der Bundestagsabgeordnete und Stadtrat Nikolas Löbel zusammen mit Stadtrat Thomas Hornung (beide CDU) im Rahmen eines Ortstermins im Vorfeld seiner Bürgersprechstunde in der Pulversheimer Straße. Hier im Gebiet Lange Liese könnte nämlich ein Neubaugebiet entstehen. Bisher wurde zwar immer die Entwicklung im Ortskern präferiert. Man beobachte das sehr genau und habe festgestellt, dass sich in den letzten zwei Jahren hier nicht sehr viel getan hat. Das liege natürlich auch daran, dass viele der angedachten Potenziale in Privatbesitz sind und man natürlich niemanden zwingen kann, beispielsweise seine Scheune auszubauen um Wohnraum zu schaffen. Ein Bauherr beschwerte sich allerdings auch darüber, dass man, wenn man es denn einmal in Angriff nimmt, mit sehr vielen Schwierigkeiten zu kämpfen hat.

„Anwohner einbeziehen“

Im Dezember 2018 hatte der Mannheimer Gemeinderat beschlossen, die Entwicklung der Wohnbaufläche Lange Liese zumindest dann zu erwägen, wenn die Innenortentwicklung nicht zu einer Stabilisierung ausreicht. Wie das aussehen könnte, das zeigten nun Nikolas Löbel und Thomas Hornung den interessierten Anwohnern. „Es ist uns ganz wichtig, die Anwohner von Anfang an einzubeziehen“, so Löbel. Schließlich könnte ja vor ihren Häusern neuer Wohnraum entstehen. So wolle man dem Bevölkerungsschwund entgegen wirken, der natürlich auch negative Folgen für das ganze dörfliche Leben, also beispielsweise auch in Vereinen oder der Schule habe.

Der Beschluss des Gemeinderats sieht ebenfalls vor, dass man mit der Langen Liese die kleinere Lösung anstrebt. Das ebenfalls einmal angedachte Gebiet Alteichwaldsiedlung soll demnach nicht in den Flächennutzungsplan aufgenommen werden, da diese letzte große Wohnfläche als Entwicklungsreserve vorgehalten werden soll.

Für die Lange Liese gibt es zwei Optionen, eine kleine und eine große Lösung. Die kleine Lösung würde rund 20 Wohnungen mit circa 70 Personen bedeuten, bei der großen Lösung wären es 60 Wohnungen mit geschätzten 200 Personen. Die Umsetzung dieses Neubaugebietes geht natürlich nicht von heute auf morgen, so Löbel weiter. Sollte es beschlossen werden, so spreche man hier von einem Zeitraum von mindestens fünf Jahren. Die Umsetzung sei auch nicht so ganz einfach, da die Flächen nicht in städtischem Besitz sind. Doch Friedrichsfeld sei „ein toller, lebendiger Stadtteil“, den es so zu erhalten gälte, so Löbel zum Abschluss.