Friedrichsfeld

Friedrichsfeld Bürger diskutieren auf Einladung des SPD-Ortsvereins mit Stadtrat Ralph Waibel / Betroffenheit über Situation einer jungen Mutter

Eltern machen ihrem Ärger auf Spielplatz Luft

Archivartikel

Im Vorfeld des SPD-Stadtteilgesprächs gab es auch eine Aktion am Spielplatz in der Altkircher Straße. Bei Kaffee, Kuchen, Keksen und Mineralwasser hatten die Mitglieder der SPD um Ortsvereinschefin Pia Moog zum Gespräch eingeladen. Dabei war auch SPD-Stadtrat Ralph Waibel – und es ging um ein Thema, das zumindest die jüngeren Bürger in Friedrichsfeld zurzeit in Atem hält.

Pünktlich um 16 Uhr versammelten sich einige Mütter mit ihren Kindern. Auch beide Kitas waren durch Erzieherinnen und Eltern vertreten. Schnell kamen die Gespräche in Schwung. Dass das Thema Kita-Plätze in Friedrichsfeld so brisant ist, hängt mit der Ankündigung der Evangelischen Kirche zusammen, in den nächsten Jahren bei einem Neubau der Kita die Anzahl der Gruppen in der Wallonenstraße von vier auf drei zu reduzieren.

Gerade angesichts der aktuellen Situation, in der nicht jedes Kind in Friedrichsfeld einen Platz erhalten kann, verwundert es, dass die Stadt Mannheim den Bau einer vierten Gruppe nicht besonders fördert. Wie in einer Pressemitteilung verkündet, will die Stadt aber dafür sorgen, dass es eine Lösung gibt.

Als besonders tragisch empfanden viele Anwesende die Situation einer jungen Mutter, die eine tägliche Fahrzeit von fast drei Stunden auf sich nehmen muss, damit sie arbeiten gehen kann, um das Familieneinkommen zu unterstützen. Da sie keinen Krippenplatz in Friedrichsfeld erhalten hatte, musste sie auf die Vogelstang ausweichen – obwohl sie auf der Rheinau arbeitet. Auch Stadtrat Waibel hält das für einen unzumutbaren Zustand.

Neben der Diskussion um die unzumutbare Parkplatzsituation in der Wallonen- und Flamländerstraße war allen Beteiligten der Erhalt und Ausbau einer guten Infrastruktur am Ort sehr wichtig. Neben einer Vielzahl an Bäckern, Friseuren und ausreichend Apotheken fehlen hier ein Metzger, ein Kinderarzt und der sichere Bestand einer hausärztlichen Praxis. Die Hoffnung, dass Familie Rudolph noch lange ihr Schreibwarengeschäft betreiben möge, kam hier genauso zum Ausdruck.

Mahnung auch an Bürger

„Wir sollen doch unsere Kinder zur Selbstständigkeit erziehen“, sagte eine Mutter, „wie soll das denn funktionieren, wenn ich nicht einmal das Kind alleine ein Schulheft kaufen schicken kann?“ Kritische Stimmen wurden allerdings auch darüber laut, dass so mancher Friedrichsfelder sich lieber überlegen sollte, das Markthaus in der Vogesenstraße zu unterstützen und dort einzukaufen, statt mit Besorgungen bei Märkten auf der grünen Wiese auch diese letzte Einkaufsmöglichkeit im Ort ungenutzt zu lassen.

Manfred Erbsland, Bezirksbeiratssprecher der SPD, lud die Teilnehmer zur öffentlichen Bezirksbeiratssitzung am 4. Juli um 19 Uhr in der Turnhalle in der Vogesenstraße ein. Ansprechpartner der Stadt werden vor Ort sein. ion