Friedrichsfeld

Friedrichsfeld Honoris-Bürgerpreis an Karin Skudlarek und Karin und Rolf Lutz / Elena Loretta singt bei der feierlichen Matinee

Engagement für Pflegekinder und den Turnverein

Archivartikel

Zum zehnten Mal ist der Honoris-Bürgerpreis verliehen worden. Das Honoris-Team würdigt damit Menschen, die sich in besonderem Maße um Friedrichsfeld verdient gemacht haben. Geehrt wurden jetzt Karin Skudlarek sowie Karin und Rolf Lutz. Den ersten Bürgerpreis erhielten Artur Brümmer und Uwe Gensheimer. Verliehen wird der Preis alljährlich bei einer Sonntagsmatinee mit Musik. Die steuerte Elena Loretta bei. Sie begeisterte die Gäste mit ihrer ausdrucksstarken Stimme.

Grüße vom Oberbürgermeister

Die Grüße des Oberbürgermeisters und des Gemeinderates überbrachte Stadträtin Marianne Seitz. Sie lobte das Ehrenamt in den Vereinen. „Ohne ehrenamtliche Unterstützung gäbe es heute viele Vereine schon gar nicht mehr“ so die engagierte Stadträtin. Sie versprach, sich auch weiterhin für Friedrichsfeld, den oft vergessenen Stadtteil, einzusetzen und stark zu machen. Rüdiger Wolf und Dietmar Clysters verkündeten die erste Preisträgerin. Karin Skudlarek engagiert sich, zusammen mit Ehemann Roger, schon seit 30 Jahren als Pflegemutter. Insgesamt vier Kinder hat sie so lange betreut, bis sie selbstständig werden konnten.

Außerdem hat sie 1995 zusammen mit weiteren Mitstreitern die Bereitschaftspflege ins Leben gerufen. Hier werden Babys und Kleinkinder von null bis sechs Jahren kurzfristig untergebracht, weil sie, aus welchen Gründen auch immer, nicht in ihren Familien bleiben können und von hier aus in Pflegefamilien vermittelt werden. Hier hat sie insgesamt 33 Pflegekinder betreut.

Derzeit sind mit Dana und Leonie zwei Mädchen bei Familie Skudlarek in Dauerpflege. Sie nehmen am sozialen Leben teil, bekommen beispielsweise Musikunterricht und sind in Vereinen aktiv. So ganz „nebenbei“ ist Karin Skudlarek noch Feuerwehrfrau und kümmert sich bei Einsätzen der Feuerwehr meist um die Verpflegung. Karin Skudlarek bedankte sich dafür aber auch bei ihrer Familie, ohne deren Unterstützung dieses Engagement so nicht möglich gewesen wäre. Mathias Baier oblag es, zwei Menschen zu ehren, die man eigentlich nicht mehr vorstellen müsste: Karin und Rolf Lutz. Sie sind mit dem Turnverein so eng verbunden wie der Wasserturm mit Mannheim. „Hinter jedem starken Mann steht eine noch stärkere Frau“, so Mathias Baier. So unterstützt Karin Lutz nicht nur Ehemann Rolf, sondern packt auch selbst mit an. Seit 1981 organisiert sie den Seniorennachmittag des Turnvereins, kümmert sich um den Küchenbetrieb an der Kerwe und ist immer da, wo man sie braucht.

Daneben ist sie seit Jahrzehnten in der Theatergruppe des TVF aktiv und auch seit einigen Jahren zusammen mit Dieter Baier als „Nachbarsleit“ in der Fasnacht aktiv. Rolf Lutz ist seit 65 Jahren Mitglied im Turnverein und hat hier schon zahlreiche Ehrenämter begleitet. Er bringt es so auf geschlagene 29 Jahre im Vorstand des TVF, aktuell als dessen 3. Vorstand. Für sein besonderes Engagement wurde er mit der silbernen Ehrennadel des Badischen Sportbundes geehrt und ist seit 2014 Ehrenmitglied des Turnvereins.

Er habe das alles immer sehr gerne gemacht und werde auch weiterhin tun, solange es ihm möglich ist. Das Ehrenamt habe eine große Bedeutung, so Karin Lutz. Man bekomme nicht immer Lob, sondern oft auch Kritik. Dennoch mache es Spaß sich zu engagieren, sagte sie vor allem auch an die Jugend gerichtet. „Friedrichsfeld dankt es euch“, so Karin Lutz. Dem pflichtete Sarah Erny in ihren Schlussworten bei. Ehrenamt bedeute unter anderem viel Arbeit, viel Schweiß, manchmal auch Ärger und Tränen, oft kein Dank aber viel Freude, Erfolg und auch neue Freundschaften. -ion