Friedrichsfeld

Friedrichsfeld Bezirksbeirat diskutiert über barrierefreien Umbau für neuen Jugendtreff / Große Einigkeit bei neuem Träger

Fahrstuhl wirft Fragen auf

Andreas Pitz (CDU) ist neu im Bezirksbeirat – und hat gleich einen Grund zum Ärgern. „Warum erfahre ich solche Dinge erst in der Sitzung?“, fragte er die Vertreter der Stadtverwaltung. Anlass für seinen Verdruss ist ein Fahrstuhl. Dieser soll in die ehemaligen Räume des Bürgerservices in Friedrichsfeld eingebaut werden. Das Gebäude in der Vogesenstraße beherbergt bald den Jugendtreff. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Räume im oberen Stockwerk barrierefrei erreichbar sind, so die Verwaltung.

In der Vorlage zur Sitzung heißt es, momentan werde die Machbarkeit eines Aufzugs geprüft. Erste Ortstermine hätten bereits stattgefunden. Was Pitz verärgert, ist, dass er erst jetzt von den möglichen Problemen erfährt, die ein solcher Fahrstuhl mit sich bringen kann. Im selben Gebäude befindet sich die Küche einer Gaststätte, die zum Turnverein gehört. Ein Teil ihrer Fläche müsste dem neuen Aufzug weichen.

„Ein existenzielles Problem“

„Dieser Raum ist sehr klein. Wenn da auch noch Platz weggenommen wird, ist das für uns ein existenzielles Problem“, sagte Dirk Mehl. Der zweite Vorsitzende des Turnvereins (TV) war einer von rund 50 Gästen in der TV-Turnhalle, die zur Bezirksbeiratssitzung gekommen waren. Sie wurde von Mannheims Baubürgermeister Lothar Quast geleitet.

Dass der neue Aufzug in der Küche Platz wegnimmt, bestritt eine Vertreterin der Stadt nicht. Die Architekten hätten aber versichert, dass der Aufzug gut geplant sei. „Aus unserer Sicht gibt es kein Problem“, sagte sie. Weder die Bezirksbeiräte noch die Gäste wollten ihr so recht glauben, ein Raunen ging durch die Menge. Unverständnis gab es auch über den Zeitpunkt des Umbaus. Bereits als der Bürgerdienst noch in den Räumen gewesen sei, habe man einen barrierefreien Ausbau gefordert, sagte Bezirksbeirat Manfred Erbsland (SPD). Geschehen sei damals aber nichts.

Horst Deimel von den Grünen wollte wissen, ob es einen Zeitplan gibt. Nach Auskunft der Verwaltung gibt es den noch nicht. „Wir werden den Bezirksbeirat dabei allerdings auf dem Laufenden halten“, versprach Lothar Quast. Er betonte darüber hinaus die „strategische Wichtigkeit“ eines barrierefreien Ausbaus. „Wir müssen die Rahmenbedingungen schaffen, dass alle teilhaben können“, sagte er. Stadtrat Thorsten Riehle (SPD) zeigte Verständnis für die Einwände: „Wir sehen, dass es hier einen Konflikt gibt. Wir sind aber noch in einem sehr frühen Stadium der Planungen.“

Viel Einigkeit herrschte bei einem anderen Thema: dem neuen Träger des Jugendtreffs. 2020 übernimmt der Freireligiöse Wohlfahrtsverband Baden. Dessen Ortsverband Mannheim ist nach eigenen Angaben Träger von sieben Betreuungsguppen für sechs Mannheimer Grundschulen. Einstimmig sprachen sich die Bezirksbeiräte für diesen Träger aus.

Der Ausschuss für Bildung und Gesundheit, Schulbeirat und Jugendhilfe segnete den Beschluss in seiner Sitzung vom Donnerstag ebenfalls einstimmig ab. Der Freireligiöse Wohlfahrtsverband hatte sich gegen das evangelische Schifferkinderheim durchgesetzt. „Beide Anbieter haben allerdings ein sehr gutes Konzept vorgelegt“, sagte Klemens Hotz, Leiter der Abteilung Jugendförderung bei der Stadt.