Friedrichsfeld

Friedrichsfeld Liturgische Führung durch die Johannes-Calvin-Kirche mit Pfarrerin Monika Mayer-Jäck

Fast wie eine kleine Stadt gebaut

Zu einer liturgischen Führung durch die Johannes-Calvin-Kirche hatte Pfarrerin Monika Mayer-Jäck eingeladen. Sie freue sich darüber, dass nicht nur zahlreiche Gemeindemitglieder gekommen waren, sondern auch Menschen, die man sonst in der Kirche eher seltener sieht. Schließlich gab es an diesem Vormittag viel Interessantes über das 1902 geweihte Gotteshaus zu erfahren.

Zur Einführung gab es ein wenig Historie zu Friedrichsfeld, welches ja von protestantischen Glaubensflüchtlingen, Anhängern von Johanes Calvin, gegründet wurde. Die Flüchtlinge verließen Friedrichsfeld durch die Kriegswirren und erst 1720 siedelten sich hier Wallonen aus Belgien an. Bereits 1742 gab es die erste Kirche, die an der Stelle stand, an der heute das alte Schulhaus steht. Im Zuge der Industrialisierung und durch den Bau der Bahnlinie wurde Friedrichsfeld immer größer. So wurde wenige Jahre nach der katholischen Kirche die evangelische Kirche gebaut (1900 - 1902). Man wollte das katholische Gotteshaus dominieren und so wurde der Turm auch um einiges höher als der der Nachbarkirche. Ökumene war zu diesem Zeitpunkt ein Fremdwort.

Ohne gotischen Elemente

Zur Einweihung kam damals sogar der Großherzog nach Friedrichsfeld. Beim Bau wurde bewusst auf gotische Elemente verzichtet. Man wollte, anders als bei den Katholiken, die Nähe zwischen Geistlichen und Gläubigen haben, was in der heutigen Johannes-Calvin-Kirche bestens gelungen ist. Wer genau hinsieht, dem fällt auf, dass die Kirche fast wie eine kleine Stadt gebaut ist. Sie hat viele große und kleine Türme und viele Fenster. Hinter jedem Fenster könnte man eine Wohnung vermuten. So erinnert sie ein wenig an die himmlische Stadt Jerusalem. Außerdem findet sich die himmlische Zahl zwölf auf vielfältige Weise in der Kirche wieder. Im Verlauf der Jahre wurde die Kirche des Öfteren umgebaut. Ihr heutiges Aussehen erinnert wieder stark an die Ursprünge und stammt aus dem Jahre 2002.

Drei Informationsstationen

Im Anschluss an diese kleine, historische Einführung ging es nach draußen, um dort unter anderem auch den Grundstein der Kirche zu sehen. Monika Mayer-Jäck wies bei einem kleinen Rundgang um die Kirche noch auf viele wunderschöne Details an der Kirche hin. So zum Beispiel auch an die vielen Bibelsprüche, die man an verschiedenen Stellen findet. Wieder zurück im Kirchenraum gab es einen kleinen, liturgischen Teil ehe die Besucher die Kirche auf eigene Faust erkunden konnten. Dazu gab es drei Stationen.

An der ersten erfuhr man viel Wissenswertes zu den drei Fenstern am Anfang der Kirche die Jesus Christus, Martin Luther und den Namensgeber der Kirche, Johannes Calvin, darstellen. An einer weiteren Station gab es Informationen zu den vielen floralen Motiven, die überall in der Kirche zu finden sind. Viele sieht man nicht auf den ersten Blick, da muss man schon etwas genauer hinschauen. Die dritte Station führte hinauf unter das Dach. Hier ist der einzige Granateneinschlag aus dem Krieg zu sehen. Ansonsten blieb die Kirche im Krieg unversehrt, nur das Jesusfenster war leider zu Bruch gegangen.

Im Vorraum der Kirche, hier ist die Grablege von Steinzeugdirektor Otto Hoffmann und seiner Familie, der den Bau der Kirche und vor allem des Pfarrhauses großzügig unterstützt hat, durfte man zur Ruhe kommen und im Kirchenraum selbst hatte Michael Jäck eine Diaschau mit vielen interessanten Motiven als Rätsel gestaltet. Mit einem gemeinsam gesungenen Lied ging diese ganz besondere und hoch interessante Kirchenführung dann zu Ende.