Friedrichsfeld

Friedrichsfeld Konzert von Milena Georgieva und Barbara Schedel

Johannes-Calvin-Kirche wird zum Opernhaus

Ein Liederabend ist immer die Königsklasse für eine Sängerin oder einen Sänger. Doch wenn sogar zwei Sängerinnen einen Liederabend gestalten, ist das umso mehr beachtenswert. Durch persönliche Beziehungen war es gelungen, die Sopranistin Milena Georgieva und die Mezzosopranistin Barbara Schedel, beide bekannte Opern- und Konzertsängerinnen, zu einem gemeinsamen Konzert in die Calvin-Kirche in Friedrichsfeld einzuladen. Begleitet wurden sie von dem Pianisten und Kapellmeister Jan Roelof Wolthuis und Valeria Lo Giudice am Violoncello.

Erfreulich viele interessierte und erwartungsfrohe Zuhörer waren an diesem warmen Sommerabend in die Johannes-Calvin-Kirche gekommen. Mit dem beschwingten Duett „Erste Begegnung“ von Robert Schumann, dem elegischen, volksliedhaften Duett „Wilde Rose“ von Antonin Dvorak und dem neckischen Duett „Die Schwestern“ von Johannes Brahms nahmen die Sängerinnen das Publikum sofort gefangen. Nach zwei entzückenden Liedern von Hugo Wolf, mit großem Charme gesungen von Barbara Schedel, ahmte Milena Georgieva mit einer atemberaubenden Vokalise eine Nachtigall im Lied „Le rossignol et la rose“ von Camille Saint-Saens nach und bezauberte mit dem sehnsuchtsvollen „Chanson d´amour“ von Gabriel Fauré. Eine außergewöhnliche Besetzung erfordert das „Lied der Ophelia“ von Dimitri Schostakowitsch. Mezzosopran und Violoncello „singen“ quasi im Duett.

Valeria Lo Giudice konnte hier ihr Violoncello so richtig aufblühen lassen. Vor der Pause erklang dann zum Entzücken des Publikums das berühmte Blumenduett aus „Lakmé“ von Leo Delibes. Milena Georgieva und Barbara Schedel bezauberten mit traumhaft schön gesungenen Kantilenen.

Frenetischer Applaus

Nach der Pause und wunderschön gesungenen und perfekt gestalteten Gesängen von Johannes Brahms und Liedern von Richard Strauss kam der von vielen bereits erwartete Höhepunkt des Abends: Die Rosenüberreichung aus „Der Rosenkavalier“ von Richard Strauss. Jan Roelof Wolthuis, der den ganzen Abend hindurch schon so einfühlsam begleitet hatte, versetzte bereits durch die ersten silbrig perlenden Töne am Klavier das Publikum quasi in ein Opernhaus, und Milena Georgieva als Sophie und Barbara Schedel als Octavian sangen und spielten sich in die Herzen des Publikums.

Mit „Dream with me“ von Leonard Bernstein war das offizielle Programm eigentlich beendet, aber eine Zugabe war dem frenetischen Applaus noch geschuldet: Der innig gesungene Abendsegen aus Engelbert Humperdincks Oper „Hänsel und Gretel“. -ion