Friedrichsfeld

Soziales Freireligiöser Wohlfahrtsverband übernimmt Einrichtung, die umziehen soll / Unmut über mögliche Umbau-Folgen

Jugendtreff: Neuer Träger – neue Räume

Archivartikel

Von breiter Zustimmung bis zu großer Freude: So lässt sich die Gefühlslage der Friedrichsfelder zusammenfassen, wenn es um die Zukunft des Jugendtreffs geht. Doch eigentlich beginnt alles mit einer wenig erfreulichen Nachricht: Der bisherige Träger des Jugendtreffs, der gleichnamige Verein, hört auf und tritt mit dem Wunsch an die Stadt heran, diese Aufgabe an einen anderen Träger zu übergeben.

Die Stadt schreibt den Auftrag aus und bekommt zwei Angebote. „Beide Anbieter haben ein sehr gutes Konzept vorgelegt“, sagt Klemens Hotz, Leiter der Abteilung Jugendförderung bei der Stadt während der Bezirksbeiratssitzung im November. Den Zuschlag bekommt am Ende der Freireligiöse Wohlfahrtsverband Baden.

Dessen Mannheimer Ortsverband ist nach eigenen Angaben Träger von sieben Betreuungsguppen für sechs hiesige Grundschulen. Einstimmig sprechen sich die Bezirksbeiräte für diesen Träger aus. Der Ausschuss für Bildung und Gesundheit, Schulbeirat und Jugendhilfe segnet den Beschluss in seiner Sitzung einen Tag später, ebenfalls einstimmig, ab. Der andere Bewerber, das evangelische Schifferkinderheim, geht leer aus.

Doch nicht nur der Träger des Jugendtreffs wechselt zum 1. Januar 2020. Auch der Ort ändert sich. Die Einrichtung soll in das ehemalige Rathaus in der Vogesenstraße ziehen, wo früher der Bürgerservice untergebracht war. Voraussetzung für diesen Umzug ist allerdings der barrierefreie Umbau der Räume. Und das sorgt bei einigen Bürgern und Bezirksbeiräten für Ärger und Verwirrung. Zum Hintergrund: Im selben Gebäude befindet sich die Küche einer Gaststätte, die zum Turnverein gehört.

Aufzug beansprucht Platz

Ein Teil ihrer Fläche müsste einem neuen Aufzug weichen. „Dieser Raum ist sehr klein. Wenn da auch noch Platz weggenommen wird, ist das für uns ein existenzielles Problem“, sagt Dirk Mehl, zweiter Vorsitzender des Turnvereins. Noch sind die Planungen in einem frühen Stadium, die Machbarkeit werde „geprüft“, heißt es. Baubürgermeister Lothar Quast betont bei der Bezirksbeiratssitzung die „strategische Wichtigkeit“ eines barrierefreien Ausbaus; er sagt: „Wir müssen die Rahmenbedingungen schaffen, dass alle teilhaben können.“