Friedrichsfeld

Friedrichsfeld Bei der Stadtteilversammlung zeigen zahlreiche junge Teilnehmer auf, was sie stört

Kinder klagen über zu viel Müll auf dem Schulhof

In Friedrichsfeld kam jetzt die jüngere Generation zu Wort. Ermöglicht wurde dies durch das 68DEINS! Kinder- und Jugendbüro Mannheim im Rahmen einer Stadtteilversammlung. Treffpunkt der Versammlung war der Jugendtreff, in dem es überraschenderweise eng wurde. „Mit so vielen Kindern und Jugendlichen hatten wir nicht gerechnet“, freute sich Organisatorin Lisa Kipphan sichtlich.

Dass der Zuspruch so groß war, deutete aber auch auf einen hohen Gesprächsbedarf der Kinder und Jugendlichen hin. Diese Sorgen und Probleme teilten sie im Laufe des Nachmittags mit Stadt- und Bezirksbeiräten, die sich für die jüngere Generation aus Friedrichsfeld verantwortlich fühlten. An insgesamt vier Stationen stellten sie die zuvor in Jugendforen erarbeiteten Plakate dar.

Probleme und Lösungsansätze

Ein Thema, das bei vielen Kindern Frust auslöst, ist die Problematik Müll. „Auf dem Schulhof liegt deutlich zu viel davon“, fand Selina. „Es lagen sogar schon mal zwölf Bierflaschen rum“, fügte sie noch hinzu. Das gehe so natürlich nicht, fand der SPD-Stadtrat Ralph Waibel. Die Kinder zählten jedoch nicht nur die Probleme auf, sondern stellten auch konstruktive Lösungsansätze vor. So etwa sprach Lukas von mehr Mülleimern in auffälligeren Farben.

Er hat sich mit seinen Freunden aber auch noch mehr Gedanken gemacht: „Wir brauchen digitale Mülleimer, wo Greifarme den Müll aufheben und dann in einem unterirdischen Behälter lagern“, erzählte er. Von dieser ambitionierten Idee waren die Besucher sichtlich beeindruckt. „Ich bin wirklich begeistert, wie gut ihr vorbereitet seid“, so die CDU-Stadträtin Marianne Seitz. Gut vorbereitet waren auch die drei Mitglieder vom Jugendrat, die sechzehnjährigen Dennis, Constantin und Paul. Zusammen sind sie ständig auch im Jugendtreff aktiv. „Unser größtes Problem ist die Geldnot“, erklärte Dennis.

Mit Angebot unzufrieden

Das Ziel, dass die Kinder für Unternehmungen nichts bezahlen müssten, könnten sie nicht einhalten. Außerdem habe man ihnen bei der vergangenen Stadtteilversammlung vor etwa drei Jahren neue Toiletten zugesprochen. „Da ist nichts passiert und das finde ich dann teilweise schon frech“, sagte er. Den etwas Jüngeren war vor allem eines wichtig: ausreichend Spielfläche. Der Weg zu den Spielplätzen sei oft zu weit, fand Melina. Ob öffentliche Spielstätten oder der Pausenhof der Grundschule, die Kinder sind unzufrieden mit dem momentanen Angebot und wünschen sich mehr Abwechslung.

Nachdem die Politiker jedem einzelnen Vortrag aufmerksam zugehört hatten, stand eine interne Politikerrunde an, während der die Jugendlichen eine wohlverdiente Pizzapause einlegten. Zum Abschluss kamen alle in der Disko zusammen und sprachen sich aus. „Das Problem Schulhof ist in der Politik schon angekommen“, erläuterte Dirk Grunert, Vorsitzender der Grünen Fraktion Mannheim. Demnächst würden sich Politik und Verwaltung zusammensetzen um zu besprechen, wie man die Schulhöfe schöner gestalten könnte, wurde jetzt versprochen.

Ideen vortragen

Beim Thema Müll schlug Stadtrat Ralph Waibel vor, sich einmal mit der Abfallreinigungsgesellschaft zusammenzusetzen. „Denen würde ich eure Ideen einfach nochmal vortragen“, sagte er, wofür er begeistertes Nicken auf Seiten der Kinder erntete. Ein weiteres Ziel sei es, wenigstens die Mietkosten der Jugendtreffs zu übernehmen. Dies wolle man das nächstes Jahr überarbeiten und er hoffte dabei auf die nötige Zustimmung aller Parteien.

Auch, wenn sich die Aussichten toll anhörten, wusste Lisa Kipphan, dass die Dinge manchmal Zeit brauchen. „Bleibt aber auf jeden Fall dran“, empfahl sie den Jugendlichen. Schließlich sollen die Wünsche letztendlich auch mal Wirklichkeit werden. niz