Friedrichsfeld

Friedrichsfeld Angespannte Situation in der Wallonenstraße / Lieferwagen rund um die Kirche

Klagen über Parkplatznot und zu schnelles Fahren

Es ist eng in der Friedrichsfelder Wallonenstraße. Beidseitig parken Autos, sowohl am Bahndamm als auch auf der Häuser-Seite. Zu den Bring- und Abholzeiten des Evangelischen Kindergartens oder zu den Gottesdiensten in der benachbarten Johannes-Calvin-Kirche stellen besonders viele Menschen ihr Auto in der Straße ab – beziehungsweise sie würden es gerne. Denn verschärft wird die ohnehin angespannte Situation durch den Umstand, dass ein im Gewerbegebiet ansässiges Logistikunternehmen das Wohnhaus an der Ecke zur Flamländerstraße angemietet hat.

„Das ist ein weiteres brennendes Thema für Friedrichsfeld“, formulierte es Stadträtin Marianne Seitz (CDU) in der jüngsten Sitzung des Bezirksbeirats. „Ich bin von mehreren Bürgern darauf angesprochen worden.“ Seitz hatte daher im Vorfeld der Sitzung Informationen aus dem Rathaus eingeholt. Demnach wurde das Gebäude zwei Tage zuvor kontrolliert. Obwohl dort schätzungsweise bis zu 20 Personen wohnen, seien dabei lediglich drei angetroffen worden. Die Mehrheit der Arbeiter sei rumänischer Herkunft, die melderechtlichen Verhältnisse seien aber noch nicht abschließend geklärt. Das Haus sei gepflegt und auch nicht überbelegt, so die Stadt. Miete und Nebenkosten würden von der Logistikfirma bezahlt.

Werden die Fahrzeuge von den Mitarbeitern privat genutzt, bringe ein Anwohnerparken nicht viel, gab Seitz die Einschätzung des Fachbereichsleiters Klaus Eberle wieder: Schließlich hätten die Mitarbeiter, soweit sie hier gemeldet sind, dann ebenfalls Anspruch auf einen Bewohnerausweis. Wie Seitz ausführte, prüfe die Stadt aber Möglichkeiten, die Situation zu entzerren.

Persönliches Gespräch gesucht

Das würde auch Pfarrerin Monika Mayer-Jäck freuen. „Für uns sind die Wochenenden ein Problem, da sind unsere Gottesdienste“, erklärte sie. Einmal habe sie 17 Lieferwagen gezählt: „Da war die ganze Straße voll.“ Auch fahren einige Fahrer viel zu schnell – Kindergartenleiterin Ulrike Lorenz hat das ebenfalls schon mehrfach mit Schrecken beobachtet, wie sie dieser Zeitung erzählte. In der Wallonenstraße gilt eigentlich Tempo 30. „Vielleicht sollte man mal prüfen, ob man die Straße zu einer Spielstraße umwidmen kann“, regte Marianne Seitz im Bezirksbeirat an.

Immerhin: Nach einem persönlichen Gespräch mit dem Vorarbeiter habe sich die Parksituation zu den Gottesdienstzeiten in den vergangenen Wochen entspannt, berichtete die Pfarrerin. „Wir hoffen, das ist eine dauerhafte Lösung.“ Noch ungelöst sei das Problem mit dem Dreck, der rund um das Gebäude zugenommen habe. Tatsächlich lag auch gestern Morgen einiger Abfall am Straßenrand – kaum zu übersehen, da die Lieferwagen bis auf zwei am Vormittag schon weg waren.

„Wir versuchen, das auf Basis des menschlichen Kontakts zu lösen“, sagt die Pfarrerin im Bezirksbeirat. Ihre eigentliche Aufgabe ist dies freilich nicht. „Es wird Zeit, dass sich die Stadtverwaltung kümmert und mit den Menschen ins Gespräch kommt“, meinte Stadtrat Ralph Waibel. Sein Kollege Holger Schmid regte einen Vor-Ort-Termin an, bei dem sich Vertreter der Verwaltung auch von anderen kritischen Punkten im Stadtteil ein Bild machen sollen.