Friedrichsfeld

Friedrichsfeld Schule rüstet sich für den Fall der Fälle mit Ausstattung und Fortbildung

Kleine Kisten voller Trost im Trauerfall

Man hofft eigentlich, dass man sie nie braucht, und dennoch sind sie so wichtig: Zwei orangefarbene Trauerkisten, die jetzt auch an der Friedrichsfeldschule angeschafft wurden. Die Kisten gehen auf eine Initiative von Pfarrerin Monika Mayer-Jäck zurück, die auch als Notfallseelsorgerin arbeitet.

Bei einer Fortbildungsveranstaltung, an der Monika Mayer-Jäck und Schulleiterin Judith Falkenstein teilnahmen, informierte das Schulamt darüber, dass solche Trauerkisten möglichst an jeder Schule vorhanden sein sollten. Angeschafft wurden sie mit finanzieller Unterstützung des Bezirksbeirates. Und so war Reinhard Schatz als Vertreter des Bezirksbeirates in der Schule, um sich die beiden Kisten einmal anzuschauen und vor allem auch deren Inhalt erklären zu lassen.

Zusammengestellt wurden sie von Monika Mayer-Jäck. Sie war es auch, die den Lehrkräften den Inhalt der Kisten näher brachte, vor allem aber darüber aufklärte, was in solch einem Fall zu tun ist. „Ein Todesfall ist weder plan- noch vorhersehbar“, erläutert die engagierte Pfarrerin. Viele Menschen, auch Lehrer, seien mit der Situation überfordert, etwa wenn in der eigenen Klasse ein Kind stirbt.

In einem dicken Ordner befinden sich viele Informationen, was in so einem Fall zu tun ist. Angefangen von einer Liste mit Notfallnummern, auch von muslimischen Seelsorgern, über eine Checkliste, wie man vorgehen sollte, bis hin zu notwendigen Informationen, wie man sie den Kindern vermittelt, ist darin alles Wichtige enthalten. Dabei geht es auch um die Frage, wie man auf die Kinder eingehen kann, denn jedes Kind äußert seine Trauer anders. Manche möchten darüber reden, andere verschließen sich total, wieder andere werden sogar aus Trauer aggressiv.

Kerzen und bunte Tücher

In den beiden Kisten sind viele Dinge, die man zur Trauerarbeit mit Kindern braucht. Beispielsweise bunte Tücher, Kerzen, Steine oder Zweige, mit denen man einen Trauertisch in der Klasse gestalten kann. Oder ein Bilderrahmen für das Bild des Verstorbenen.

Auf einem Erinnerungstisch können die Kinder beispielsweise all das unterbringen, was sie gemeinsam an einen verstorbenen Klassenkameraden erinnert. Es gibt zudem eine Sammlung mit kindgerechten Gebeten oder Liedern, die die Klasse beten oder singen kann. Zum Beispiel auch, wenn es nur um ein Kind geht, bei dem ein Großeltern- oder gar Vater oder Mutter gestorben ist. Es gibt aber auch symbolische Dinge wie etwa die Rose von Jericho, die sehr vertrocknet ist: Nur wenn man sie in Wasser legt, erwacht sie wieder zu neuem Leben. Nicht zu vergessen das wunderschöne Kreuz aus dunklem und hellem Holz, das durch das helle Holz auch eine Form der Zuversicht in sich trägt.

„Kinder, vor allem wenn sie noch so jung sind wie unsere Grundschüler, gehen mit der Trauer ganz unterschiedlich um“, weiß Monika Mayer-Jäck. Daher ist der Inhalt der Kisten auch auf Kinder im Grundschulalter abgestimmt. Mag der Inhalt noch so liebevoll zusammen gestellt und kindgerecht sein, so hoffen letztlich doch alle, dass man die Trauerkisten nie braucht. -ion