Friedrichsfeld

Verkehr Parksituation im Stadtteil erhitzt weiterhin die Gemüter / Stadt kontrolliert intensiv und verteilt zahlreiche Strafzettel

„Mal besser, mal schlechter“

Archivartikel

Das Jahr 2019 ist noch nicht einmal zwei Wochen alt, da kommt der Oberbürgermeister in den von Parkproblemen gebeutelten Stadtteil Friedrichsfeld. Bei einem Ortstermin stellt sich Peter Kurz den Bürgern, die ihrem Unmut über das Parkchaos Luft machen wollen. Betroffen sind besonders die Wallonenstraße, aber auch der Langlachweg und die Elsa-Brandström-Staße. Den größten Teil der „Wildparker“ machen Amazon-Mitarbeiter mit ihren Lieferfahrzeugen aus. Sie arbeiten im Verteilzentrum in Friedrichsfeld. Der Unmut ist dabei nicht zu überhören.

„Unser Bahndamm wird zerpflügt“, beklagt sich ein Mann das Parken am erdigen Straßenrand. „Der Müllwagen kommt oft gar nicht durch“, berichtet eine Frau: „Im Notfall würde das auch dem Rettungswagen passieren.“

Erste Maßnahmen wirken

Mitte Februar wird deutlich: Die Maßnahmen der Verwaltung zeigen erstmals Wirkung. Die Stadt stellt im Bezirksbeirat die Bilanz für 2018 vor. 121 Mal ist der Ordnungsdienst zur Überwachung des ruhenden Verkehrs in Friedrichsfeld – und erteilt nach eigenen Angaben rund 1300 Verwarnungen, so Harald Born vom Fachbereich Sicherheit und Ordnung.

Im Langlachweg werde nach den zahlreichen Kontrollen wieder ordnungsgemäß geparkt. Im Gewerbegebiet Friedrichsfeld sollen zum Teil physische Barrieren die Autofahrer vom Parken abhalten. In der Wallonenstraße wird das Tempolimit auf 20 Stundenkilometer reduziert.

Doch das Thema brennt den Friedrichsfeldern weiter unter den Nägeln. Das wird bei der Bezirksbeiratssitzung im November deutlich, bei der sich mehr als die Hälfte der Wortmeldungen von Bürgern mit dem Thema befasst. Pfarrerin Monika Mayer-Jäck von der Johannes-Calvin-Gemeinde in Friedrichsfeld: „Wir brauchen Parkmöglichkeiten für unsere Gottesdienste und für Veranstaltungen wie etwa Hochzeiten. Nehmt uns nicht Parkplätze weg.“ Diesen leidenschaftlichen Appell richtet sie an alle Autofahrer.

Born ist auch bei dieser Bezirksbeiratssitzung dabei. Er weiß, dass das Thema immer noch akut ist, findet aber auch lobende Worte für Amazon: „Bei den Krisengesprächen, die wir mit den Beteiligten geführt haben, waren die Vrtreter immer da und haben – ja, man muss es so sagen – die Prügel eingesteckt.“ Bezirksbeirätin Pia Moog (SPD) sieht beim Parkproblem ein großes Auf und Ab. „Es sind Wellenbewegungen. Mal ist es besser, mal schlechter“, sagt sie.

Andreas Pitz von der CDU ist grundsätzlich zufrieden. „Der Überwachungsdruck hat etwas bewirkt“, sagt er, fügt aber hinzu: „Natürlich gibt es die Angst, dass wenn die Kontrollen weniger werden, auch das Problem wieder verschärft wird.“