Friedrichsfeld

Friedrichsfeld Reit- und Fahrverein gedenkt des Heiligen Hubertus

Schleppjagd mit bis zu 50 Kilometern pro Stunde

Archivartikel

Unter optimalen Wetterbedingungen ist die diesjährige Hubertusjagd über die Bühne gegangen. Zu ihr hatte der Reit- und Fahrverein eingeladen. Bereits zum 23. Mal fand diese Veranstaltung in ununterbrochener Reihenfolge als Schleppjagd hinter der Hundemeute statt. Bei der Schleppjagd gehen die Hunde nach dem Trittsiegel (Trittspuren auf weichem Untergrund) des Schleppe legenden Pferdes und nicht, wie mitunter üblich, nach einer künstlichen Geruchsfährte.

Begonnen hatte die Jagd mit dem Stelldichein, zu dem der Reitverein ein reichhaltiges Büffet auftischte. Diakon Albert Lachnit rief zur Hubertusmesse in die Reithalle und segnete die Pferde. Auch in diesem Jahr wurde er dabei von seiner Tochter Hanna unterstützt. Sie verkörperte die Rolle des Hubertus. Der heilige Hubertus aus dem Mittelalter wird gemeinhin als Schutzpatron der Jagd angesehen. In einem kleinen Schauspiel erzählte die Figur von einem schrecklichen Traum, der sie in unsere Zeit führte. Vieles war für Hubertus in unserer heutigen Zeit unverständlich, denn er wollte die Natur bewahren und beschützen – und nicht zerstören, so wie es die Menschen heute oft tun.

Hubertus wurde als ältester Sohn des Herzogs Bertrand von Toulouse geboren und führte als junger Mann ein ausschweifendes Leben. Nach dem Tod seiner Frau ging er zunächst als Einsiedler in die Ardennen, wurde im Jahr 705 Bischof von Maastricht und verlegte elf Jahre später seinen Bischofssitz nach Lüttich. Er starb im Jahr 727.

Umrahmt wurde der Gottesdienst von Parforcehornbläsern, die dann später auch zur Jagd bliesen. Schleppenleger bei der Jagd war Rainer Forschner. Die Hundemeute wurde von Master Houndsman Andrea Wien und ihrer Equipage, also ihrer Mannschaft, angeführt. Master im ersten Feld war Stefan Gropp, erster Pikör Peter Hofman und Schlusspikör Ralf Jauchstetter. Das zweite Feld, hier durften die Hindernisse im Wald auch umritten werden, führte Sonja Schwald an, Schlusspikör war Peter Bauer.

Rotes Kreuz zur Sicherheit vor Ort

Insgesamt waren rund 45 schnelle Reiterinnen und Reiter dabei. So konnten die Teilnehmer im ersten Feld Geschwindigkeiten von etwa 45 bis 50 Kilometern pro Stunde erreichen. Es gab keine Zwischenfälle oder Unfälle. Zur Sicherheit war aber dennoch das Deutsche Rote Kreuz mit seinem Geländeunimog vor Ort.

Für die Besucher hatten Küchenchef Michael Mühlbauer und sein Team wieder ein reichhaltiges Speiseangebot vorbereitet. Ein großes Lob für die Friedrichsfelder Veranstalter gab es von der Equipage, also den Helfer des Houndsman, für diese letzte Jagd in diesem Jahr. Es sei die wohl sportlich anspruchsvollste und auch schönste Jagd der Saison im süddeutschen Raum gewesen, so die Mannschaft. Das nahm man in Friedrichsfeld natürlich gern zur Kenntnis – ist es doch eine Bestätigung für die Arbeit des Vereins.