Friedrichsfeld

Friedrichsfeld Mit Gedenkfeier am Denkmal an die Schlacht bei Seckenheim erinnert

So heiß wie vor 557 Jahren

Archivartikel

Es war wohl eine hitzige Schlacht an einem „sehr heißen Sommertag“, die sich hier vor genau 557 Jahren zugetragen hat. Ebenso heiß war es bei der diesjährigen Denkmalfeier des Heimatvereines, der damit an die Schlacht bei Seckenheim erinnert. Am Denkmalhügel hatte der Verein vorsorglich das große Zelt aufgestellt und so konnten die Gäste im Schatten sitzen. Begrüßt wurden sie vom neuen 2. Vorsitzenden Horst Sommer. Er freute sich über die, trotz der Hitze, doch gute Resonanz. Er lud alle Gäste zu einer Stärkung ein, die in Form von Bratwürsten und kühlen Getränken angeboten wurde.

Bereits morgens war die Fahne des Heimatvereines aufgezogen worden. Im nächsten Jahr feiert der Heimatverein bereits sein 25-jähriges Bestehen. Zu diesem Anlass möchte man gerne das alte Friedrichsfelder Wappen mit Blumen am Denkmalhügel darstellen. Hoffentlich müssen dann die Verantwortlichen im Vorfeld nicht wieder so viel Müll entsorgen. „Das war schon schlimm, was wir hier vorgefunden haben“ so Vorsitzender Fritz Grabenauer. 25 Müllsäcke haben nicht gereicht, um alles zu entsorgen.

Erinnerungen an früher

„Das kostet uns nicht nur Zeit, sondern auch Geld“, so der Vorsitzende verärgert. „Wir wollten unseren Gästen die ganze Anlage ja nicht so zugemüllt präsentieren“. Doch die gute Laune beim Fest ließ er sich dadurch nicht vermiesen und hatte wieder einiges an geschichtlichem Wissen parat. Beim Jubiläum von evangelischem Gemeindeverein und Kindergarten wurde erwähnt, dass am Denkmal 1894 eine Ortsgruppe des Badischen Frauenvereins zum Roten Kreuz gegründet wurde. Bereits vor 160 Jahren hatte Henry Dunant im Juni 1859 eine Organisation ins Leben gerufen, die heute als das „Rote Kreuz“ bekannt ist. Auslöser soll die Schlacht bei Solferino in Norditalien gewesen sei, bei der es über 40 000 Tote und Verletzte gab. Die schweren Verluste der drei beteiligten Heere und vor allem der unzulängliche Sanitätsdienst inspirierten damals den Schweizer Henry Dunant, er war Napoleon wegen einer Audienzbitte nachgereist, diese Organisation zu gründen.

Bei der Schlacht bei Seckenheim floss zwar auch viel Blut, aber eher das von den Pferden. Hinter jedem Reiter des Pfalzgrafen Friedrich I. schritt nämlich ein Fußknecht mit langem Spieß. Damit konnte er die Pferde verletzen. Diese Taktik, der leider viele Tiere zum Opfer fielen, sicherte ihm in kurzer Zeit, in weniger als einer Stunde, den Sieg. Die Kontrahenten hatten zwar jeweils ein Heer mit 700 Rittern und Edlen zu Pferde, der Erzbischof von Mainz und seine Getreuen jedoch hatten ihr Fußvolk in St. Leon zurückgelassen.

Der Bischof von Metz, der Markgraf von Baden und Graf Ulrich von Württemberg gerieten in Gefangenschaft, unter den wenigen Gefallenen waren Graf Ulrich von Helfenstein, Raugraf Jörg von Alten-Baumburg und Freiherr Jörg Brandis. Die Beute betrug 456 Pferde, 400 Kettenhemden, 400 Harnische und 54 Pferdekürasse. Die weitere Geschichte, auch dass das 220 Jahre später gegründete Friedrichsfeld der Schlacht beziehungsweise dem siegreichen Friedrich I. seinen Namen verdankt. Und so ließ man die Denkmalfeier bei guten Gesprächen und kühlen Getränken ausklingen. -ion