Friedrichsfeld

Friedrichsfeld SPD-Stadtteilgespräch zum Thema „Was bauchen junge Familien?“ / Teilnehmer kritisieren den Wegfall einer Kita-Gruppe

Sorge um Betreuung und Parkraum

Archivartikel

Über viele Besucher freute sich der SPD-Fraktionsvorsitzende Ralf Eisenhauer beim zweiten Stadtteilgespräch seiner Partei in diesem Jahr. Das Thema „Was brauchen junge Familien?“ treibt offenbar viele Menschen um. Eisenhauer begrüßte neben Bildungsbürgermeisterin Ulrike Freundlieb auch die SPD-Stadträte Thorsten Riehle und Ralph Waibel, die Ortsvereinsvorsitzende Pia Moog und die Bezirksbeiräte Doris Friedrich und Manfred Erbsland (SPD) sowie Reinhard Schatz (ML). Gekommen waren zudem die Leitrinnen der beiden Kindertagesstätten, Ulrike Lorenz und Gudrun Mackasare, die Leiterin der Friedrichsfeldschule, Judith Falkenstein, sowie Pfarrer Michael Jäck.

Friedrichsfeld sei ein attraktiver Stadtteil, sagte Ralph Waibel. Aber er solle es auch bleiben, vor allem eben auch für junge Familien. Dazu brauche man ausreichend Betreuungsplätze. Es gebe zwar einen Anspruch auf Kinderbetreuung im vorschulischen Bereich – der muss aber nicht direkt immer im Wohnort sein, erklärte Bürgermeisterin Freundlieb.

Diskussion über Nachverdichtung

Sie betonte, dass der städtische Zuschuss an Träger wie die Evangelische Kirche nicht gekürzt wurde – man habe nur die Fördervereinbarung neu verhandelt. Die Evangelische Kirche habe aufgrund ihrer Finanzsituation entschieden, beim Neubau der Kita eine Gruppe einzusparen. Pro Gruppe schießt die Stadt bei einem Neubau 350 000 Euro zu, weitere 120 000 kommen vom Land. Die Stadt sei im Gespräch mit den freien Trägern, um eine Lösung für die fehlende Gruppe zu finden. „Wenn das nicht klappt, wird die Stadt einspringen“ so die Bürgermeisterin. Eine Vollfinanzierung der vierten Gruppe seitens der Stadt schloss die Bürgermeisterin aber aus: „Wir müssen ja auch an unsere eigenen Gebäude denken.“

Die große Sorge der Eltern: Wenn eine Gruppe wegfällt, werden noch mehr Kinder keinen Platz bekommen. Schon jetzt gibt es eine Warteliste – oder Eltern müssen auf andere, weiter entfernte Stadtteile ausweichen, was vor allem für Alleinerziehende eine große logistische Herausforderung darstellt.

Eine weitere Frage lautete, wie man Friedrichsfeld für junge Familien attraktiv machen kann. Bauplätze gibt es innerorts so gut wie nicht mehr. „Wir überlegen uns, wegzuziehen, wenn wir nicht bauen können“ so ein Teilnehmer. Die SPD bevorzugt die Verdichtung des Ortskerns und könnte sich nur mit einem kleinen Baugebiet in der Siedlung anfreunden. „Wir möchten nicht noch mehr freie Flächen zupflastern“ sagte Eisenhauer. Doch schon jetzt gibt es große Probleme mit der Parksituation. Die Anwesenden befürchten, dass dies durch weitere Verdichtung noch schlimmer wird.

Ein weiteres Thema waren die vielen parkenden Autos eines Online-Händlers in der Wallonenstraße. Hierzu konnte Michael Jäck berichten, dass man mit den Fahrern im Gespräch sei und wohl eine Lösung gefunden habe. Man solle überhaupt mehr mit- als übereinander sprechen, so der Pfarrer zum Abschluss. Das nahm man dann auch gleich als Schlusswort einer sehr regen Veranstaltung mit, bei der die Organisatoren einige „Hausaufgaben“ bekommen hatten. ion