Friedrichsfeld

Friedrichsfeld Der Verein für deutsche Schäferhunde organisiert zum ersten Mal seit zehn Jahren wieder eine Zuchtschau

Teilnehmer reisen sogar aus dem Ausland an

Archivartikel

Nicht nur aus ganz Deutschland, sondern auch aus Italien und Serbien reisen Schäferhundefanatiker nach Friedrichsfeld, um an der Zuchtschau teilzunehmen, die der Friedrichsfelder Verein für deutsche Schäferhunde organisiert. Zum ersten Mal seit zehn Jahren findet ein solches Turnier wieder in dem kleinen Mannheimer Stadtteil statt – anlässlich des 70-jährigen Jubiläums des Vereins.

Hunde in 16 Klassen eingeteilt

„Insgesamt 71 Hunde wurden für heute angemeldet“, berichtet Vorsitzender Jens Lambertus. Auf dem im Grünen gelegenen Hundesportplatz ist deshalb auch so einiges los: Gäste versorgen sich mit Essen, Trainer rennen über den Platz und Besitzer präsentieren stolz ihren trainierten Hund. In insgesamt 16 Klassen sind die Schäferhunde eingeteilt, nach Geschlecht, Alter und ob sie Stockhaar oder Langstockhaar haben. Wer gerade nicht an der Reihe ist, unternimmt entweder einen Spaziergang durch den Wald oder wartet im gekühlten Zwinger.

Währendessen finden in der Mitte des großen Platzes die sogenannten „Ausstellungen“ statt. Hier werden die Hunde unter anderem bewertet nach ihrem Wesen, also ob sie aggressiv oder angemessen sozialisiert sind, und dann im Stand gemustert. „Was man verstehen muss, ist, dass wir keine Schönheit züchten“, stellt einer der zwei Richter, Harald Hohmann klar. „Wir züchten Gebrauchshunde, so wie es von Anfang an vorgesehen war“, ergänzt er. Der Schäferhundeexperte hat auch zu Hause zehn der Art, außerdem arbeitet er bei der Diensthundestaffel in Mannheim. Er ist also rund um die Uhr von Schäferhunden umgeben.

Der Ausdruck der Hunde, das heißt ihre Maske und Pigmentierung, stelle nur einen ganz kleinen Teil der Bewertung dar, meint er. Ansonsten schaue man nur auf die Anatomie. „Das Ziel ist es eigentlich, einen Hund zu züchten, der von der Gesellschaft akzeptiert wird“, sagt Robert Lang. Auch er ist Richter, vor fünf Jahren hat er mit diesem Ehrenamt begonnen. Hohmann und Lang schauen mit ihrem geschulten Auge auf die Auftretensweise der Hunde, während diese mit ihre Trainern oder Besitzern über einen eingezäunten Parcours laufen.

„Exzellente Gleichgewichtslage“

Außenrum rennen Mitbesitzer über den Platz und versuchen die Aufmerksamkeit des Hundes mithilfe von Pfeifen oder auch Stofftieren auf sich zu lenken, damit der Hund eine möglichst perfekte Haltung annimmt. Durch hartes Training hat sich so etwa die Nummer 65 der Jugendklasse Rüden bewährt. „Der Hund hat eine exzellente Gleichgewichtslage“, findet Hohmann und vergibt deshalb den ersten Platz. Nach einem anstrengenden Lauf können sich nun sowohl Hund als auch Herrchen einen grünen Platz im Schatten suchen und so den warmen Nachmittag mit einer kühlen Erfrischung entspannt ausklingen lassen.