Friedrichsfeld

Friedrichsfeld Neujahrskonzert mit dem Pfeiffer-Consort

Trompetenklänge erfüllen die Kirche

Was vor einem Jahr quasi als öffentliche Generalprobe vor dem alljährlich stattfindenden Neujahrskonzert in Schwetzingen begann, fand nun auf Initiative des Vorstandes der Kantorei, Bernd Binder, seine Fortsetzung in der Friedrichsfelder Johannes-Calvin-Kirche. Ein „Festliches Neujahrskonzert“ mit dem Pfeiffer-Trompeten-Consort war angekündigt. Unter diesem Namen musizieren die drei Brüder Joachim, Harald und Martin Pfeiffer und Julie Bonde (Trompeten) sowie Volker Linhardt (Orgel) auf höchstem Niveau.

Die Anordnung der Orgelempore über dem Altarraum ermöglichte dem zahlreich erschienenen Publikum außer dem akustischen auch den visuellen Genuss des Festkonzertes. Viel barocker Glanz wurde in den Kompositionen von Bach und Händel dargeboten. Strahlender Trompetenklang erfüllte die Kirche. In wechselnder Besetzung wurden sehr bekannte und unbekannte Werke dargeboten. So wechselte zum Beispiel Julie Bonde auf die Seitenempore, wo sie auf dem Flügelhorn wunderschön den Solopart der Sopranarie „Schafe können sicher weiden“ aus der Bachkantate 208 blies, während die drei Trompeter und der Organist den Orchesterpart übernahmen.

Drei weitere Bach-Stücke schlossen sich an. Nach der von Organist Volker Linhardt mitreißend gespielten Toccata und Fuge d-Moll und dem von drei Trompeten beschwingt vorgetragenen Choral „Gelobet sei der Herr“ schloss sich der von vielen gespannt erwartete 1. Satz des 3. Brandenburgischen Konzertes an. Dieses virtuose Werk ist eigentlich für Streichorchester geschrieben, und es war atemberaubend, wie die vier Trompeter das auf ihren Instrumenten vortrugen.

Joachim Pfeiffer, Solotrompeter der Lübecker Philharmoniker, bezauberte mit dem auf dem corno di caccia butterweich gespielten Choral „O Jesulein zart. Ausgesprochen farbig registriert spielte Volker Linhardt eine spritzige Tarantella und später eine an Drehorgelmusik erinnernde muntere Komposition eines Franziskanermönchs des 19. Jahrhunderts.

Zugabe erklatscht

Den Schluss des Konzertes bildeten zwei sehr populäre Kompositionen. Im „Intermezzo“ aus der Oper „Cavalleria Rusticana“ von Pietro Mascagni ahmte die Orgel mit zartesten Flötentönen das begleitende Orchester nach, während Joachim Pfeiffer zum dahin schmelzen weich die traumhaft schöne Melodie blies. Danach erwartete ein furioser Abschluss das Publikum: Die „Promenade“ sowie die drei Bilder „Das alte Schloss“, „Die Hütte der Baba Yaga“ und „Das große Tor von Kiew“ aus den „Bildern einer Ausstellung“ von Modest Mussorgsky.

Das begeisterte Publikum erklatschte sich noch eine Zugabe, einen Satz aus einer Kapitänsmusik von Telemann, „So gehe hin und iss dein Brot mit Freuden“. Wer dieses fantastische Konzert verpasst hat, kann sich hoffentlich auf ein weiteres im kommenden Jahr freuen. -ion