Friedrichsfeld

Friedrichsfeld Freezone und Rouven Gruber übergeben Sachspenden an Jugendtreff / Hoffnung auf neue Räumlichkeiten

Umzug ins ehemalige Rathaus?

„Hier fehlt es einfach an allen Ecken“, sagt Thomas Lehr, Leiter des Friedrichsfelder Jugendtreffs. Dass die Räumlichkeiten schon lange mal renoviert werden müssten, allen voran die Toiletten, oder neue Spiele benötigt werden, das ist schon lange kein Geheimnis mehr. Beim Stadtteilgespräch im vergangenen Oktober wurde sowohl Marianne Seitz, Stadträtin der CDU, als auch Sabine Brenner vom Ortsvorstand Seckenheim und Friedrichsfeld, das erste Mal richtig auf den miserablen Stand des Treffs aufmerksam gemacht.

Da das Gebäude des Jugendtreffs nicht in städtischer Hand liegt, gehen die ganzen Zuschüsse der Stadt für die Miete drauf. Dafür muss Lehr an anderen Ecken sparen. „Beim Thema Lebensmittel ist zum Beispiel immer Bedarf“, sagt er. Genau aus diesem Grund kontaktierte Brenner ihre Bekannte Andrea Schulz, die bei der Organisation Freezone arbeitet, eine Anlaufstelle für Jugendliche, die ganz oder teilweise auf der Straße zuhause sind.

Schüler auf Spendenjagd

Schulz steht wiederum in Kontakt mit dem 16-jährigen Rouven Gruber, der schon seit einiger Zeit auf Spendenjagd für Freezone geht. „Rouven ist wirklich ein Geschenk Gottes“, freut sich Schulz. Kennengelernt haben sie sich bei einer Veranstaltung von Rouvens Schule, der Integrierten Gesamtschule Mannheim-Herzogenried. Seitdem rührt der junge Schüler, der zugleich auch Musiker ist, die Spendentrommel der Organisation. „Ich habe über 200 Firmen angeschrieben, um Spenden zu bekommen“, erzählt er. Das Einholen von Geld ließe sich auch wunderbar mit der Musik verbinden. So spielte er beispielsweise schon einige Charity-Konzerte mit seiner Band, oder auch in Kooperation mit anderen Musikern zusammen. So etwas könne man in Friedrichsfeld ja auch mal versuchen, schlägt er vor. „Die Spendenübergabe soll keine einmalige Aktion bleiben“, so Brenner. Auch Schulz sagte, dass der Jugendtreff sich einfach melden soll, wenn irgendetwas fehlt. „Wir teilen gerne“, sagte sie.

Für den Anfang ist Thomas Lehr aber erstmal mehr als zufrieden mit den gesammelten Spenden. Ein Auto voll Hygieneartikeln, Essen und Schulunterlagen, sowie ein Gutschein von Aldi in Höhe von 100 Euro, das alles bekam der Friedrichsfelder Jugendtreff überreicht. „Wir wissen ja, dass es hier hinten und vorne nicht reicht“, meinte Brenner. Deswegen sei es ihr wichtig, auf Friedrichsfeld aufmerksam zu machen. Immerhin muss kein anderer Jugendtreff die Miete selbst zahlen, weiß Lehr. Die beste Lösung sei natürlich ein Umzug, fand Marianne Seitz. Da das ehemalige Rathaus durch die Umsiedlung des Bürgerdienstes freistehe, wolle sie schauen, was sich an dieser Stelle ermöglichen ließe.

„Ich kann nichts versprechen, aber schaue was sich machen lässt“, sagte die Stadträtin zuversichtlich. Für den Friedrichsfelder Jugendtreff wäre es eine extreme Erleichterung, wenn die Mietkosten in die Kinder und Jugendlichen investiert werden könnten.