Friedrichsfeld

Friedrichsfeld Runder Tisch zur Verkehrs- und Müllproblematik im Gewerbegebiet / Erste konkrete Maßnahmen vereinbart

Verstärkte Kontrollen gegen Raser und Falschparker

Archivartikel

Stadt und ortsansässige Unternehmen wollen an einem Strang ziehen, um die Qualität des Gewerbegebietes in Friedrichsfeld zu erhalten. Verbesserung der Müllentsorgung sowie stärkere Überwachung des fließenden und vor allem des ruhenden Verkehrs – das sind einige der Maßnahmen, die jetzt bei einem Runden Tisch vereinbart worden sind.

„Die gegenwärtige Situation im Gewerbegebiet Friedrichsfeld entspricht weder den Vorstellungen der Stadtverwaltung noch der dort ansässigen Unternehmen“, bekennt Melanie Just, Pressesprecherin des städtischen Wirtschaftsdezernates. Und dafür gibt es gleich mehrere Gründe.

Hauptproblem Stellplatzmangel

Größtes Problem neben dem Müll am Straßenrand: der Verkehr. In den Straßen des Gebietes wird gerast. Doch vor allem der zunehmende Parkdruck macht den Firmen zu schaffen, wenn Lieferfahrzeuge auf öffentlichen Flächen abgestellt werden. Und dieser Zustand ist – auch wenn es ihn schon zuvor gegeben hat – durch die Ansiedlung des Verteilerzentrums der Firma Amazon im Januar noch verstärkt worden.

Durch all dies „verschlechtert sich der Zustand des Areals zusehends“, klagt Peter Hofmann, Geschäftsführer der Firma Berrang, die sich im Jahre 2014 hier ansiedelte: „Hier muss dringend etwas geschehen.“ Und er ist nicht der einzige, der dies fordert. Auf Initiative der Unternehmen beraumte die städtische Wirtschaftsförderung einen Runden Tisch – bewusst ohne Presse – mit allen Betroffenen an. In den Räumen der Firma Berrang versammelt waren neben Vertretern der zuständigen Behörden und der ortsansässigen Unternehmen auch Stadträte und Polizei, IHK und Handwerkskammer, zusammen 40 Personen.

„Wir möchten gemeinsam mit Ihnen die bestehenden Probleme, aber vor allem mögliche Lösungen diskutieren“, betonte Christiane Ram, Leiterin der städtischen Wirtschaftsförderung. Alle Teilnehmer lobten im Nachklang die positive Atmosphäre.

Gekommen war auch ein hoher Vertreter von Amazon: Standortleiter Lars Reinschmidt. „Das war natürlich ganz wichtig“, betont Stadt-Sprecherin Just. „Ein konstruktiver Dialog mit unseren Nachbarn liegt uns am Herzen“, versichert Amazon-Sprecher Thorsten Schwindhammer und sagte zu, noch stärker auf die Subunternehmer einzuwirken, die für Amazon fahren: „Dazu gehören auch klare Ansagen, nur ausgewiesene Parkflächen zu nutzen sowie sicher und rücksichtsvoll auf den Straßen unterwegs zu sein.“

Amazon gelobt Besserung

Die Amazon-Vertreter baten zudem, sich bei Verstößen an sie zu wenden: „Sollten irgendwelche Vorkommnisse auffallen, so können sie den direkten Draht suchen“, so Schwindhammer, und er versichert: „Amazon untersucht jeden Fall, wenn ein Verstoß nachgewiesen ist, und ergreift erforderliche Maßnahmen, um Wiederholungen zu vermeiden.“

Doch auch die Stadt muss und will ihren Beitrag leisten. „Der Fachbereich Sicherheit und Ordnung plant eine intensivere Überwachung des ruhenden Verkehrs, um dem Falschparken entgegenzuwirken“, kündigt Stadt-Sprecherin Just an. Auch soll es künftig mehr Geschwindigkeitskontrollen geben.

Außerdem sagte die Abfallwirtschaft zu, das Gebiet zwei Mal pro Quartal zu reinigen – und bei Bedarf sogar auch ein zusätzliches Mal.

„Es ist wichtig, ein Signal zu senden, dass sich etwas bewegt“, zeigte sich Peter Hofmann zufrieden und optimistisch: „Wir sind zuversichtlich, dass wir gemeinsam die Situation in den Griff bekommen werden.“

„Im Januar werden wir uns wieder treffen“, kündigt Wirtschaftsförderin Christiane Ram an: „Um ein Zwischenfazit zu ziehen und um zu überprüfen, ob die Maßnahmen greifen und an welcher Stelle wir noch nachbessern müssen.“