Friedrichsfeld

Gewerbegebiet Vermüllung und Parkchaos sorgen das gesamte Jahr über für Ärger / Anlieger und Bezirksbeirat erbost

„Wir haben die Schnauze voll“

Ein Thema sorgt in Friedrichsfeld das gesamte Jahr über Ärger: die Missstände im Gewerbegebiet. Parkchaos und Vermüllung lauten die konkreten Probleme. Ein runder Tisch einigt sich Anfang Oktober auf Gegenmaßnahmen. Ihr Erfolg bleibt auch am Jahresende umstritten.

Größtes Problem neben dem Müll am Straßenrand: der Verkehr. Nicht nur, dass hier zuweilen gerast wird. Vor allem der zunehmende Parkdruck macht den Anliegern zu schaffen, wenn Lieferfahrzeuge auf öffentlichen Flächen abgestellt werden. Und dieser Zustand verstärkt sich – auch wenn es ihn schon zuvor gibt – durch die Ansiedlung des Verteilerzentrums der Firma Amazon im Januar ganz erheblich.

Durch all dies „verschlechtert sich der Zustand des Areals zusehends“, klagt Peter Hofmann, Geschäftsführer der Firma Berrang, die seit 2014 hier angesiedelt ist: „Hier muss dringend etwas geschehen.“

Amazon sagt Abhilfe zu

Und er ist nicht der einzige, der dies fordert. Auf Initiative der Unternehmen beraumt die städtische Wirtschaftsförderung einen Runden Tisch mit allen Betroffenen an. In den Räumen von Berrang versammeln sich neben Vertretern der zuständigen Behörden und der ansässigen Unternehmen auch Stadträte und Polizei, IHK und Handwerkskammer, zusammen 40 Personen.

Anwesend ist auch ein hoher Vertreter von Amazon: Standortleiter Lars Reinschmidt. „Ein konstruktiver Dialog mit unseren Nachbarn liegt uns am Herzen“, versichert sein Sprecher Thorsten Schwindhammer im Nachgang, sagt zu, noch stärker auf die Subunternehmer einzuwirken, die für Amazon fahren: „Dazu gehören auch klare Ansagen, nur ausgewiesene Parkflächen zu nutzen sowie sicher und rücksichtsvoll auf den Straßen unterwegs zu sein.“

Die Amazon-Vertreter bitten zudem, sich bei Verstößen an sie zu wenden: „Sollten irgendwelche Vorkommnisse auffallen, so können sie den direkten Draht suchen“, versichert Schwindhammer: „Amazon untersucht jeden Fall, wenn ein Verstoß nachgewiesen ist, und ergreift erforderliche Maßnahmen, um Wiederholungen zu vermeiden.“

Doch auch die Stadt sichert zu, ihren Beitrag zu leisten. „Der Fachbereich Sicherheit und Ordnung plant eine intensivere Überwachung des ruhenden Verkehrs, um dem Falschparken entgegenzuwirken“, kündigt Stadt-Sprecherin Melanie Just an. Außerdem sagt die Abfallwirtschaft zu, das Gebiet zwei Mal pro Quartal zu reinigen – und bei Bedarf sogar auch noch ein zusätzliches Mal.

Im Monat danach ist der Erfolg offensichtlich noch gering, wie die Diskussion auf der Bezirksbeiratssitzung vom 28. November zeigt: „Wir haben die Schnauze voll“, schimpft Bezirksbeirat Markus Koch (CDU).

„Im Januar werden wir uns wieder treffen“, kündigt Wirtschaftsförderin Christiane Ram im Oktober an: „Um ein Zwischenfazit zu ziehen und um zu überprüfen, ob die Maßnahmen greifen und an welcher Stelle wir noch nachbessern müssen.“ Auf diese Bilanz sind die Friedrichsfelder mächtig gespannt.