Friesenheimer Eulen

Handball Alexander Feld stieg mit den Eulen auf, feierte mit den Pfälzern zweimal sensationell den Klassenerhalt und spielt am Donnerstag mit Wetzlar in Ludwigshafen

Die Rückkehr eines gefeierten Helden

Archivartikel

WETZLAR.Der verlorene Sohn kehrt als Gegner zu den Eulen Ludwigshafen heim. Wenn der Handball-Bundesligist am Donnerstag in der Friedrich-Ebert-Halle um 19 Uhr die HSG Wetzlar empfängt, dann wird Alexander Feld viele Hände schütteln. Von 2016 bis Juni dieses Jahres war der 26-Jährige der Spielmacher der Eulen. In Ludwigshafen war man schon ein bisschen traurig, als er seinen Wechsel nach Wetzlar verkündet hatte. Der gebürtige Krefelder schaffte mit den Pfälzern gleich in seiner ersten Saison den Aufstieg von der Zweiten in die Erste Bundesliga. Zweimal trug er dann einen sehr großen Teil dazu bei, dass den Eulen der Ligaverbleib gelang. Vor allem an das dramatische Ende am letzten Spieltag der vergangenen Saison wird sich Feld noch lange erinnern.

Noch reichlich Kontakt

„Das war einfach unfassbar, man kann das eigentlich nicht richtig beschreiben, es war einfach genial“, erklärt der Mittelmann im Gespräch mit dieser Zeitung und betont: „Ich hatte bei den Eulen eine super Zeit. Hier habe ich mich zu einem echten Bundesligaspieler entwickelt. Deshalb war es sehr schön, dass die Zeit in Ludwigshafen so toll zu Ende gegangen ist. Das hat gepasst.“

Ob er sich vielleicht ein bisschen ärgert, dass er schon vor dem dramatischen Finale bei der HSG unterschrieben hat? „Natürlich nicht. Ich hatte das ja mit Eulen-Trainer Ben Matschke schon alles abgesprochen. Wetzlar ist einfach der nächste Schritt für mich gewesen“, sagt Feld.

Bei den Mittelhessen hat er sich mittlerweile schon richtig gut eingelebt. „Es ist schön hier, viel Natur, wir wohnen in der Altstadt. Ich fühle mich schon richtig wohl“, erzählt der 1,88 Meter große Rückraumspieler. Die Vorbereitung mit der HSG lief ebenfalls bestens. „Wir hatten gute Ergebnisse, haben gut gearbeitet“, sagt Feld und findet: „Deshalb waren wir mit dem ersten Ligaspiel auch überhaupt nicht zufrieden.“ Wetzlar unterlag zum Auftakt gegen den TBV Lemgo-Lippe mit 28:32. „Wir haben zu viele offene Würfe nicht gemacht. Das muss besser werden.“

In der vergangenen Saison belegte das Team von Trainer Kai Wandschneider den zehnten Tabellenrang. „Für uns gilt es, so schnell wie möglich die nötigen Punkte zu holen, um den Ligaverbleib früh klar zu machen“, sagt Feld: „Eine Platzierung unter den ersten zehn Teams wäre natürlich eine geniale Sache.“

Für den Ex-Ludwigshafener ist die Partie an alter Wirkungsstätte deshalb sehr wichtig. Ob er noch in Kontakt steht mit den alten Kollegen? „Ja, mit Ben Matschke und Frederic Stüber (Kreisläufer der Ludwigshafener: Anmerkung der Redaktion) spreche ich nach wie vor sehr viel. Aber auch zu anderen Jungs habe ich noch Kontakt“, erklärt Feld und ist sich bewusst: „Trotzdem sind wir am Donnerstag Gegner. Die Eulen werden da in der Verteidigung auf mich sicher keine Rücksicht nehmen.“ Die große Stärke seiner ehemaligen Mannschaftskameraden sieht Feld in der Mentalität, in der Leidenschaft des Teams: „Ich glaube, die Eulen sind in diesem Bereich sogar die vielleicht beste Truppe in der Bundesliga. Gerade in dieser Atmosphäre in der Ebert-Halle wird es schwer für uns. Dass haben ja die Rhein-Neckar Löwen am Sonntag schon erleben dürfen.“

Auch bei den Eulen freut man sich auf die Rückkehr von Feld. „Er war ein wichtiger Spieler und sehr guter Kollege“, sagt Kapitän Gunnar Dietrich. Der 2,03-Meter-Hüne erklärt: „Nach dem Löwen-Spiel überwog trotz des 23:26 das Positive. Aber wir wissen: Wetzlar wird anders. Die HSG ist immer top eingestellt, wenn sie gegen uns spielt.“ Und einer wird topmotiviert sein, wenn es gegen die Eulen geht: Es ist der verlorene Sohn Alexander Feld.