Fuchs Petrolub

Schmierstoffe Umsatz im ersten Quartal stagniert, Gewinn fällt / Konzern hält an geplanten Investitionen fest

Autoindustrie bremst Fuchs Petrolub

Archivartikel

Mannheim.Der Schmierstoffhersteller Fuchs Petrolub hat einen schwachen Start ins Geschäftsjahr 2019 hingelegt. Im ersten Quartal verharrte der Umsatz des Mannheimer MDax-Konzerns mit 643 Millionen Euro exakt auf dem Vorjahresniveau. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern fiel um 16 Prozent auf 77 Millionen Euro. Unter dem Strich stand ein Gewinnrückgang von 18 Prozent auf 55 Millionen Euro. Die Börse reagierte wenig erfreut auf die Zahlen: Der Kurs der Fuchs-Aktien fiel um 1,74 Prozent.

Vorstandschef Stefan Fuchs sagte gestern bei einer Telefonkonferenz, das erste Quarttal sei „in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld erwartungsgemäß schwach“ ausgefallen. Das Unternehmen ist stark von der Automobilindustrie abhängig. Ein Drittel der Umsätze werden dort erzielt. Besonders in China, aber auch in Deutschland gingen diese zurück. Dagegen entwickelte sich das Geschäft in Nord- und Südamerika positiv und machte die Wachstumsverluste in den anderen Märkten wieder wett. Insgesamt sprach der Vorstandschef mit Blick auf den Gesamtumsatz dennoch von einem „stattlichen Ergebnis“.

Mehr Beschäftigte in Mannheim

Fuchs rechnet damit, dass die Geschäfte in Asien im zweiten Halbjahr wieder besser laufen werden. Ein Grund dafür sei die Mehrwertsteuersenkung in China. Der Konzern peilt beim Umsatz in diesem Jahr (2018: 2,567 Milliarden Euro) ein Plus von zwei bis vier Prozent an und hält an seiner Prognose fest. Das gilt auch fürs operative Ergebnis (2018: 383 Millionen Euro), bei dem das Unternehmen weiterhin einen Rückgang von fünf bis acht Prozent erwartet. Zuletzt sanken vor mehr als einem Jahrzehnt die Gewinne.

2018 fiel der Gewinn auch deshalb höher aus, weil Fuchs Petrolub durch den Verkauf einer Unternehmensbeteiligung zwölf Millionen Euro erlöste. Der Hauptgrund für das zu erwartende Minus 2019 sind nach den Angaben des Unternehmens neben den höheren Rohstoff- und Personalkosten die Investitionen von 180 Millionen Euro in diesem Jahr. „Trotz erschwerter Rahmenbedingungen halten wir an unserer Investitionsoffensive fest“, sagte Fuchs. Das Geld fließt vor allem in Neu- und Ausbauten der eigenen Werke. Am Stammsitz in Mannheim ist eine neue Zentrale geplant.

Die Mitarbeiterzahl wuchs weltweit im Vergleich zum Vorjahresquartal von 5235 auf 5456. In Mannheim stieg die Zahl der Beschäftigten um elf auf insgesamt 968. In den vergangenen Jahren wuchs der Mitarbeiterstamm dort um rund ein Viertel. Das Unternehmen entwickelt, produziert und vertreibt Schmierstoffe sowie verwandte Materialien für viele Branchen und Anwendungsbereiche.